The University of Technology Sydney - Universität in Sydney .: Diese Seite ist ein Informationsangebot des Instituts Ranke-Heinemann zum Auslandsstudium in Australien :.
Auslandssemester an der University of Technology Sydney, Australien
Markus Schmidt, Spring Semester 2008
Vorbereitungen
Zum Zeitpunkt der Planung meines Auslandssemesters war ich im 4. Fachsemester des Bachelors in Maschinenbau an der FH Gelsenkirchen. Australien hatte ich schon längere Zeit für ein Auslandssemester ins Auge gefasst gehabt. Deswegen hatte ich mich schon frühzeitig mit dem Institut Ranke-Heinemann (www.ranke-heinemann.de) in Verbindung gesetzt um meinen Aufenthalt zu planen. Vom IRH hatte ich schon im Vorfeld von Freunden, die bereits in Australien gewesen sind, gehört. Die Unterstützung ist umfassend und kostenlos. Deswegen kann ich eigentlich nur jedem, der in Australien oder Neuseeland studieren möchte, empfehlen sich beim IRH informieren zu lassen.
Uniwahl / Bewerbungsprozess
Im Vorfeld hatte ich mich nicht auf die University of Sydney (UTS) festgelegt und mich erst einmal bei mehreren Universitäten beworben. Auch die Auswahl der Universitäten hatte ich vorher mit dem IRH besprochen. Dieses hatte einen recht guten Überblick über die Studienlandschaft. Somit konnte ich bei einem Beratungsgespräch eine engere Auswahl an Universitäten treffen.
Sprachtest
Für meine Bewerbungen war ein englischer Sprachtest erforderlich. Dafür kommen vor allem der IELTS und der TOEFL in Frage, bei manchen Universitäten reicht auch ein Sprachtest des DAAD. Da einige Universitäten, bei denen ich mich beworben hatte, den DAAD-Test nicht akzeptierten, hatte ich mich für den IELTS entschieden. Der Grund dafür war vor allem finanzieller Art: Während der TOEFL 150 Euro kostete, lag der IELTS damals bei ca. 180 US Dollar (ca. 95 Euro). Auf den Test selber hatte ich mich noch mit 2 Online-Tests (auf der IELTS Seite) vorbereitet, um meine Leistungen einzuschätzen. Zum Test selber hatte ich eine längere Anfahrt, da es nicht viele Testzentren gibt.
Finanzierung
Ein wichtiger Punkt ist gerade bei einem Aufenthalt in Australien die Finanzierung, da vor allem der Flug und die Studiengebühren einen Großteil der Kosten verursachen, die bei einem Aufenthalt in Europa deutlich geringer ausfallen würden. Ich hatte beim Cusanuswerk eine Förderung für einen Auslandsaufenthalt beantragt. Den Antrag sollte man auch frühzeitig einreichen, da es nur wenige Termine im Jahr gibt, an denen über solche Anträge entschieden wird. Wenn man diese Termine verpasst, bekommt man das Geld zwar später, muss sich dann aber um eine Vorfinanzierung kümmern. Das Cusanuswerk hatte für mich anteilig Flugkosten und Studiengebühren übernommen. Außerdem erhielt ich eine Auslandszulage zum regulären Stipendium.
Visum
Die Beantragung des Visums ist für deutsche Staatsbürger sehr unkompliziert. Nachdem man von der Universität die Confirmation of Enrolment (COE) erhalten hat, kann man auf der Homepage des „department of immigration“ online das Visum beantragen. Die Bearbeitung ist meistens in wenigen Tagen abgeschlossen.
Kurswahl
Ein wichtiger Aspekt, bei dem ich viel Zeit investiert hatte, ist die Kurswahl. Bei den meisten Universitäten muss man diese bereits bei der Bewerbung mit einreichen. Hilfreich bei der Kurswahl ist vor allem das Handbook der jeweiligen Uni. Ich hatte im Vorfeld die Professoren an der Heimatuni gefragt, ob sie mir die Kurse im Anschluss anerkennen werden. Das kann zu erheblicher Arbeit führen, da ich das Ganze für mehrere Universitäten und dementsprechend viele Kurse gemacht hatte. Neben einem Pflichtfach hatte ich noch, auf anraten meines Prüfungsausschussvorsitzenden, Wahlfächer belegt.
In Australien angekommen, kam es trotzdem noch zu Problemen. Wie ich erst im Nachhinein gemerkt hatte, deckten meine Studiengebühren nur 24 credit points ab. Meine Kurse kamen insgesamt aber auf 26 credit points, da ich einen Sprachkurs in Spanisch belegen wollte und dieser einen höheren „workload“ hatte. Da die UTS deswegen zusätzliche 700 Dollar verlangte entschied ich mich in Absprache mit meiner Professorin dazu, mich aus dem Kurs wieder auszuschreiben und am Kurs ohne Leistungsnachweisen teilzunehmen. Wichtig war außerdem, dass man sich nach erfolgreicher Einschreibung (Bezahlung der Studiengebühren) umgehend im Onlinesystem der UTS registrieren sollte, da man zwar eine Erlaubnis hat, die im „offer letter“ aufgelisteten Kurse zu belegen, man allerdings noch nicht eingeschrieben ist. Ich hatte das erst nach meiner Ankunft in Sydney getan und hatte danach Probleme, mich noch in meine Kurse einzuschreiben.
Flug
Beim Buchen des Fluges habe ich mich ebenfalls vom IRH unterstützen lassen. Das IRH arbeitet mit der Agentur STA Travel zusammen. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen erhält man einen 5% Rabatt auf alle Buchungen. Zum anderen hat STA Travel viele Filialen in Australien, was eine Umbuchung des Fluges extrem erleichtert.
Ein wichtiges Thema ist das Freigepäck. Standard sind 20kg plus 10kg Handgepäck. Bei meiner Fluglinie, Etihad Airways, bekam ich sogar 30kg Freigepäck.
Australien
Leben in Sydney
Sydney ist eine der lebendigsten Städte Australiens. Mit knapp 4,3 Millionen Einwohnern außerdem die größte Stadt Australiens, bietet Sydney ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Die Einwohner der Stadt kommen aus fast allen Ecken der Welt. Diese Internationalität machte das Leben auch so spannend und abwechslungsreich. Ganz gleich, ob es sich um das chinesische Neujahrsfest, ein südamerikanisches Festival oder eine Oper unter freiem Himmel handelte: Es bestand immer die Möglichkeit, an interessanten Veranstaltungen teilzunehmen. Meinen kulturellen Horizont hat das während meines Studiums in Sydney enorm erweitert.
Transport
Sydney ist eine Stadt, welche im Vergleich zu deutschen Städten über keine gute Verkehrsinfrastruktur verfügt. Die Straßen und Züge sind, vor allem zur rush hour, verstopft. Hinzu kommt, dass man als study-abroad Student keine Ermäßigung für den public transport erhält. Auch Fahrrad fahren kommt, vor allem auf den Hauptverkehrsstraßen, kaum in Frage. Der Verkehr ist dicht und neben den ganzen Fahrzeugen lauern noch ganz andere Gefahren, wie z.B. Fahrrad-feindliche Gulligitter, in denen man stecken bleiben kann. Die Stadt hatte zwar vor kurzem begonnen, Fahrradwege einzurichten (die es bis dahin noch nicht gab), das hat die Situation allerdings nur auf einigen Straßen verbessert. Ich hatte mein Fahrrad gelegentlich benutzt, da auf dem Weg von meinem Suburb Glebe zur Uni Fahrradwege eingerichtet waren.
Unterkunft
Die Lage am Wohnungsmarkt war angespannt. Sydney ist die Stadt, welche den Großteil der Zuwanderung nach Australien aufnimmt. Dementsprechend waren die Mieten auf relativ hoch. Gleichzeitig hat man als Mieter in Australien eine relativ schwache Position. Darum habe ich mir bei der Wohnungssuche Zeit gelassen. Hilfreich waren hier vor allem die schwarzen Bretter an der UTS, sowie der housing service, der exklusiv Studenten zur Verfügung steht. Dieser kann zum einen online als auch in Person an der UTS genutzt werden. Ich hatte außerdem den Vorteil, dass ich bereits drei Wochen vor Semesterbeginn nach Sydney fliegen konnte. Viele meiner Kommilitonen sind erst kurz vor Semesterbeginn angereist und mussten sich in den ersten Semesterwochen eine Bleibe suchen, was für viele ziemlich stressig war. Ich habe mich dafür entschieden, relativ zentral zu leben. Die Mieten waren zwar in im Zentrum höher als weiter außerhalb, allerdings kann man sich dadurch das Ticket für den public transport sparen.
Die Uni
Die UTS ist, neben der University of Sydney, die Uni mit Lage im CBD. Bis zum Central (Hauptbahnhof) ist es 5 Minuten Fußweg, bis zur Innenstadt 10 Minuten. Die UTS wurde erst im Jahr 1988 gegründet und ist damit eine der jüngsten Universitäten Australiens. Dennoch hat sie sich bereits einen sehr guten Ruf, vor allem im Ingenieurswesen, erarbeitet.
Die Betreuung der internationalen Studierenden war sehr gut. Neben der Orientierungswoche, welche verpflichtend ist, gab es zahlreiche andere Programme, um sich ins Universitätsleben einzufügen. Besonders sinnvoll empfand ich dabei das Tandem-Programm. Zu Beginn des Semesters sucht man sich einen australischen “Buddy”, den man dann während des Semesters wöchentlich bei einem kostenlosen Kaffee wiedertrifft, um sich näher kennen zu lernen. Ich hatte mich mit meinem Buddy auch privat getroffen. Außerdem bin ich noch weiteren Clubs beigetreten, wie z.B. der christlichen Studentenvereinigung CREDO, bei der man sich wöchentlich in Kleingruppen trifft und die außerdem weitere Aktionen, wie z.B. eine Debatte “Atheism vs. Christianity” mit Teilnahme der lokalen Atheistengruppe, organisiert hatte.
Studienalltag
Der Studienalltag in Australien unterscheidet sich grundlegend vom deutschen System. Während ich an meiner Heimatuniversität im Semester, neben einigen Praktika, keine verpflichtenden Aufgaben habe und dafür am Ende des Semesters Klausuren schreibe, müssen im australischen System fortlaufend sogenannte “assignments” bearbeitet und abgegeben werden. Diese „assignments“ (Aufgaben) können, je nach Fach und Professor, vollkommen unterschiedlich ausfallen. Von Essays über Zwischentests und Praktikumsberichte gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben. Diese fließen dann auch prozentual in die Endnote mit ein. Das Gewicht der Klausuren wird dadurch deutlich verringert und führt dazu, dass die Arbeitsbelastung während des Semesters deutlich grösser ist als in Deutschland. Dieses System gefällt mir prinzipiell besser, da es zur aktiven Teilnahme der Kurse ermutigt und man sich konstanter mit den Inhalten auseinandersetzt.
Meine Kurse
Mein erster Kurs war „Thermodynamics“. Diese entsprach weitestgehend dem Grundlagenfach Thermodynamik meiner Hochschule. Der wesentliche Unterschied bestand darin, dass ich in Deutschland einen rein theoretischen Kurs absolviert hätte, in dem nur Vorlesungen und am Ende des Semesters eine Klausur geschrieben hätte. An der UTS wurde der Kurs noch durch zwei interessante Praktika ergänzt. Das eine wurde an einer Gasturbine durchgeführt, das andere an einem Kompressor. Das besondere hierbei war, das die UTS die einzige Universität in Australien ist, die eine Gasturbine als Studienobjekt zur Verfügung hat.
Mein zweiter Kurs hatte den Titel „Ecological Engineering“. Das Ziel des Kurses bestand vor allem darin, Studierenden des Ingenieurswesens Einblicke in Biologie und Ökologie zu verschaffen, um sie für den Einfluss ihrer Konstruktionen auf die Umwelt zu sensibilisieren. Teil des Kurses waren zahlreiche Praktika und eine Exkursion in die Mangrovenwälder im Sydney Olympic Park, in dem wir das vorliegende Ökosystem und den Einfluss der umliegenden urbanen Gebiete auf das Schutzgebiet untersuchen sollten. Ecological Engineering hat meinen Horizont vor allem in Bezug auf meinen Einfluss auf die Umwelt bei der Arbeit enorm erweitert und erst ein Problembewusstsein geschaffen.
Mein dritter belegter Kurs war „Interrogating Technology“. Dieser Kurs war kein Ingenieurskurs im eigentlichen Sinne. Vielmehr ging es um einen philosophisch-sozialwissenschaftlichen Zugang zu den Natur- und Ingenieurswissenschaften. Die Aufgaben umfassten dabei die Analyse der Mediendarstellung einer Technologie und deren Entwicklung, Erarbeitung und Reflexion von Texten zum Thema und als Abschlussarbeit ein Essay über die Position der australischen Farmer zur zukünftigen Wassernutzung Australiens. Dieser Kurs hat ganz absichtlich einen humanwissenschaftlichen Ansatz und richtet sich an Ingenieursstudenten in höheren Semestern. Neben der Tatsache, dass man sich einen anderen Arbeitsstil für diesen Kurs aneignen musste, veranlasste er einen dazu, sich kritisch mit der technologischen Entwicklung und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt auseinanderzusetzen.
Zu guter Letzt hatte ich noch einen Sprachkurs in Spanisch belegt, da ich diese Sprache gerne zum Weltjugendtag in Madrid in Ansätzen beherrschen möchte.
Zusammenfassung
Abschließend kann ich sagen, dass mich mein Auslandsaufenthalt sowohl fachlich als auch persönlich weiter gebracht hat. Die Einblicke in das australische Hochschulsystem waren sehr aufschlussreich, vor allem, da im Moment in Deutschland die Studiengänge auf das Bachelor/Master-System umgestellt werden. Die Studienwelt in Australien kann in manchen Bereichen aufzeigen, wie ein solches System sinnvoll gestaltet werden kann. Eine persönliche Bereicherung war für mich im Besonderen auch das sehr internationale Umfeld in Sydney. Ich fand es sehr spannend, so Menschen aus so vielen unterschiedlichen Ländern zu treffen.
Dieses Auslandssemester werde ich so schnell nicht vergessen und kann so einen Aufenthalt nur jedem empfehlen.
Erfahrungsbericht - Benno Masemann
Seit zwei Wochen befinde ich mich nun wieder in Deutschland und möchte sehr gerne von meinem Studium als Study Abroad Student im Spring Semester 2008 an der University of Technology Sydney (UTS) und dem Leben in Australien berichten. Auf die Vorbereitungen und den Bewerbungsprozess möchte ich nur kurz zu sprechen kommen, da jeder für sich selbst am besten herausfindet, welche Uni am besten zum eigenen Kursprogramm passt oder welche Stadt der persönliche Favorit zum Studieren „Down Under“ ist.
Bei Ranke-Heinemann bekommt jeder einen persönlichen Ansprechpartner, der bestens bei allen Fragen zum Bewerbungsprozess und auch sonstigen Fragen zu helfen versucht, wofür ich sehr dankbar bin. Auch wenn es teilweise aufwendig ist, alle nötigen Unterlagen zusammenzusuchen, ist es letztendlich wirklich nicht schwer und macht ja dann doch auch irgendwie Spaß, da man ja auf sein großes Ziel Australien gerne hinarbeitet. Ich hatte mich Anfang Februar 2008 bei der UTS, der QUT in Brisbane und den beiden Universitäten in Auckland beworben, da ich dort auf deren domestic fees gehofft habe. Mitte März bekam ich dann die Zusage von der UTS und habe mich dann sofort auch für die UTS entschieden, da es mit den Kursen einfach gut passte, die Uni sich meiner Meinung nach sehr positiv präsentiert hat und es ein absoluter Traum für mich war, in Sydney zu leben.
Auslandsbafög
Ohne zu wissen, ob ich wirklich Auslandsbafög erhalten würde, habe ich mich nach Aufstellung eines eigenen Finanzierungsplanes mit Hilfe von Eltern, anderen Verwandten und Bildungskredit dennoch sofort für die UTS entschieden. Das ist riskant, da wie viele bereits wissen, der Bafög-Bescheid erst kurz vor Reiseantritt kommt. Da ich im Inland kein Bafög bekomme, war die Vorfreude bis zum Erhalt des Bescheides auch immer von einem mulmigen Gefühl begleitet. Allerdings habe ich mich bei vielen Leuten einfach umgehört und mir selbst ungefähr ausgerechnet, dass es eigentlich klappen müsste. Alle nötigen Unterlagen hatte ich dann auch bereits Anfang Februar eingereicht und mir wurde gesagt, dass ich spätestens Anfang Juli 2008 Bescheid bekäme (am 21. Juli begann die Orientation Week an der UTS). Wider Erwarten habe ich dann auch tatsächlich pünktlich zum 1.7.2008 Bescheid erhalten, dass ich Auslandsbafög bekomme. Ihr könnt euch sicher denken, was das für ein Feiertag für mich war;-). Wartet nicht auf eine Zusage der Uni, um euch auf das Bafög zu bewerben. Die Uni kann auch im Nachhinein geändert werden. Viele Freunde von der UTS haben ihren Bescheid teilweise erst im September oder Oktober bekommen, da noch Unterlagen fehlten.
An dieser Stelle warne ich aber schon mal: Sydney IST teuer. Dessen muss man sich, besonders wenn man unsicher ist, ob man Bafög bekommt, bewusst sein und seinen eigenen „Notfinanzierungsplan“ schon mal aufstellen. Außerdem kann ich noch empfehlen, ein Konto bei der Deutschen Bank zu eröffnen, dass für Studenten, inkl. Kreditkarte, kostenlos ist. Der Vorteil an einem Konto bei der Deutschen Bank ist, dass das Geldabheben in Australien aufgrund der Zusammenarbeit mit der australischen Westpac Bank, die überall vertreten ist, ohne Gebühren erfolgen kann.
Orientation Week
Nach den letzten Klausuren am 14.,15. und 16.07.!!! ging es dann am 17.07.2008 mit Thai Airways von Frankfurt über Bangkok nach Sydney. Endlich;-). Nach dem Bezug meines Hostels, das ich von Deutschland aus erstmal für die erste Woche gebucht hatte, wurde das erste Wochenende gleich zum Sightseeing genutzt und am 21.07. startete dann auch schon die Orientation Week. Es finden dann jeden Tag unzählige Veranstaltungen statt, von denen man wirklich nicht jede besuchen muss. Man muss bedenken, dass dort auch die neuen Erstsemester begrüßt werden und Veranstaltungen, wie „Wie studiere ich richtig?“, braucht man sich als Student im Hauptstudium nun wirklich nicht mehr anzuhören. Ansonsten gibt es Bibliotheksführungen, Stadtrundfahrten, wo die beliebtesten Studentenviertel zum Wohnen vorgestellt werden und vieles mehr. Entscheidet selber, was für euch sinnvoll ist und was nicht. Das Wichtigste allerdings sind die Barbecues, Meet & Greets und der Pubcrawl. Dort lernt man sofort unfassbar viele neue Leute kennen. Es ist also auch abends in der Orientation Week immer was los. Man schließt viele neue internationale Kontakte mit jungen Leuten aus der ganzen Welt. Mit mir haben auch sehr viele deutsche Studenten an der UTS studiert. Einige Leute haben dieses als negativ angesehen, weil man dann ja vermeintlich weniger englisch spricht. Mich hat das eigentlich wenig gestört, denn wieso sollte man sich dagegen wehren, auch mit deutschen Leuten in Sydney Kontakt zu haben, wenn sie nett und locker drauf sind. Und englisch sprechen kann und muss man ja auch sowieso, wenn man einen Freundeskreis mit lauter internationalen Leuten hat.
Studieren an der UTS
Für mich war das Auslandssemester mein 7. Studiensemester. In Deutschland studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen (Diplom) an der Universität Bremen. Trotzdem habe ich an der UTS Undergraduate-Kurse besucht, da ich mir diese besser passend zu meinem Studienplan auch in Bremen anrechnen lassen konnte. Im Folgenden möchte ich die drei Kurse, die ich an der UTS besucht habe, kurz vorstellen:
International Management:
Hier geht es sehr viel um internationale Beziehungen mit Schwerpunkt auf die kulturellen Unterschiede, insbesondere bei der Verhandlungsführung. Viele unterschiedliche Länder, deren Werte und Eigenheiten werden vorgestellt. Ich fand es sehr interessant, gerade ein solches Fach in einem anderen Land zu studieren. Der Arbeitsaufwand in International Management war im Vergleich zu den anderen beiden Fächern relativ gering. Man muss allerdings sehr viel lesen, es gibt ein Mid-Term Exam und ein End-Exam.
International Business:
Es beginnt mit einigen geschichtlichen Hintergründen und beschreibt, wie die aktuellen Beziehungen zwischen Ländern entstanden sind, meist mit Schwerpunkt Australien. Es wird viel über Neigungen und Abneigungen unter einzelnen Ländern gesprochen. Zudem über die stärksten Wirtschaftszweige einiger Länder und deren wichtigste Handelspartner. In diesem Fach wird wöchentlich ein Tutorium gehalten, in dem jedes Mal eine kleine Hausaufgabe eingesammelt und auch bewertet wird. Außerdem gibt es ein großes Assignment während des Semesters und ein End-Exam.
Management Skills:
Das Fach wird zur Hälfte in Spielen bzw. Gruppenarbeiten mit wirtschaftlichem Hintergrund und zur anderen Hälfte theoretisch durchgeführt. Man lernt, andere und vor allem sich selbst in Projektarbeiten besser kennen und es wird gezeigt, wie man durch Hören, Sprechen und auch Gestik andere Menschen beeinflussen und überzeugen kann. Am Anfang kostet es teilweise Überwindung, manche Dinge zu tun oder zu sagen, da man auch oft sehr persönliches preisgeben soll. Vollkommen unterschiedlich zum Studieren in Deutschland. Es gibt ein großes Assignment, eine mündliche Präsentation und ein End-Exam.
Der Arbeitsaufwand während des Semesters ist wesentlich höher als in Deutschland, wo es meist nur eine Endklausur am Ende des Semesters gibt. In der Mitte des Semesters gibt es die Mid-Term Exams, die bereits zwischen 30-50% zur Gesamtnote zählen. Dafür gibt es dann aber auch ein Mid-Semester Break (ca. ein bis zwei Wochen, abhängig von Klausurterminen), das ich genutzt habe, um mit drei Freunden Melbourne zu besuchen und die Great Ocean Road abzufahren und dort Kängurus und Koalas die Hand zu schütteln;-).
In Australien muss man bereits ab der ersten Woche viel lesen und Hausarbeiten anfertigen, dafür hat man dann aber durch Assignments und Präsentationen oftmals vor der Endklausur schon genügend Punkte gesammelt. Ich war nicht der einzige, der mehrere Tage komplett in der Bibliothek verbracht hat, um Assignments zu schreiben. Die Klassen haben meist eine Größe von 20 bis 30 Leuten und im Unterricht wird viel diskutiert. Meiner Meinung nach lernt man besonders viel durch die großen Assignments, in denen man sich teilweise sehr detailliert mit bestimmten Themen der Wirtschaft auseinander setzen muss.Ich habe in den Kursen sehr viel gelernt und war mit meiner Kurswahl zufrieden.
Die UTS besteht aus zahlreichen Gebäuden. Wo man studiert, ist genau wie in Deutschland vom Studiengang abhängig. In dem Hauptgebäude (einem großen Hochhaus) hatte ich keine Vorlesung, war allerdings oft dort, um im Food-Court zu essen, die PC’s zu nutzen oder mal wieder ein Würstchen beim Free-Barbecue abzustauben;-). Ich selbst war am Haymarket Campus, wo sich die Business-Fakultät befindet und auch die Bibliothek. Dieser Campus ist aber zu Fuß nur 5 Minuten vom Hauptgebäude entfernt. Zudem gibt es noch den Kuring-Gai Campus, der mit einem Shuttle Bus in ca. 45 Minuten zu erreichen ist. Auch dort war ich allerdings nie, kann also leider nichts dazu berichten.
Die UTS ist eine wirklich sehr gut ausgestattete Uni mit guten Vorlesungsräumen, vielen Computern usw. Die Vorlesungsunterlagen und auch viele andere nützliche Informationen gibt es bei UTS-Online. Wireless Internet ist auch an allen Campus-Orten verfügbar. Die Bibliothek ist leider gerade in der Klausurenendphase sehr überfüllt und es ist ungewohnt laut. Da man in Deutschlands Universitäten oft schon schräg angeguckt wird, wenn man sich mal räuspert, ist es dort üblich, dass Leute sich unterhalten, leise Musik hören oder ungehemmt telefonieren. Besonders die Asiaten kennen da keine Grenzen in Sachen Lautstärke - auch kulturelle Unterschiede, an die man sich erst gewöhnen oder ihnen aus dem Weg gehen muss. Ich habe dieses Problem mit Ohrstöpseln gelöst…und das in der Bibliothek;-)!!!
Auch das außeruniversitäre Leben wird von der UTS sehr stark unterstützt. Es gibt zahlreiche Vereine, Gruppen, Sport-Events oder Stammtische. Ich selbst war Mitglied der UTS Union, die Ausflüge wie Klettern in den Blue Mountains, Surfen, Canyoning und vieles, vieles mehr veranstalten, was ich sehr empfehlen kann. Für diejenigen, die vorhaben, an vielen dieser Ausflüge teilzunehmen, lohnt es sich, gleich zu Beginn die so genannte Advantage Card zu holen, mit der es Ermäßigungen für Ausflüge, Studienmaterialien oder Fitness-Studio gibt.
Sehr wichtig ist auch die aktive Teilnahme an Facebook. Dies ist, für alle, die es noch nicht kennen, die internationale Version von StudiVz. Dort gibt es viele zur UTS gehörende Gruppen, in denen man sich für Stammtische anmelden kann oder auf diverse Gästelisten der Clubs in Sydney setzten lassen kann. Es ist einfach extrem hilfreich, um über Veranstaltungen informiert zu sein und Kontakt zu vielen Leuten in Sydney zu bekommen.Ihr werdet aber in der Orientation Week sowieso mit allen nötigen Infomaterialien überflutet werden, in denen alles Nötige erklärt ist. Und auch sonst sind die Mitarbeiter der UTS extrem hilfreich und helfen insbesondere den internationalen Gaststudenten gerne weiter. Es gibt ein Student Center und auch einen extra für die internationalen Studenten zuständigen Bereich. Es kann wirklich nur wenig schief gehen. No Worries;-).
Leben in Sydney
Bei diesem Punkt beginne ich einfach mal mit der Wohnungssuche. Die UTS hat eine eigene Einrichtung im Keller des Hauptgebäudes, die Studenten bei der Wohnungssuche unterstützt und wo man auch alle nötigen Adressen bzw. hilfreiche Internetlinks erhält. Ich habe meine Wohnung nach sechs Tagen über die Seite www.gumtree.com.au gefunden. Es war die vierte Wohnung, die ich mir angeguckt habe. Es war nichts besonders Gutes, aber auch nichts Schlechtes. Ein kleines Zimmer mit eingebauter Küchenzeile im Stadtteil Darlinghurst. Ich habe 200 AUS$ pro Woche zahlen müssen, was natürlich nicht gerade billig erscheint, in Sydney aber ein guter Durchschnittswert ist. Ein Einzelzimmer für viel weniger ist im City Center nur schwer zu finden. Eine andere Alternative ist natürlich sich das Zimmer zu teilen. Hier haben einige Leute dann für 110AUS$ pro Woche Leben können, was das billigste war, was ich so gehört habe. Natürlich ist so ein Shared Room auch nicht jedermanns Sache.
Ich hätte auch noch weitersuchen können und vielleicht noch etwas Schöneres finden können, allerdings war ich für die vier Monate mit meinem Zimmer zufrieden und wollte mich nach einer Woche im Hostel auch schnell richtig „einrichten“, damit das wirkliche Leben in Sydney beginnen konnte. Zudem ist der Stadtteil Darlinghurst sehr zentral gelegen. Er liegt zwischen dem Central Business District (CBD), direkt am Hyde Park, und dem Partyviertel Kings Cross. Zur UTS bin ich jeden Tag zu Fuß gegangen, was ca. 20 Minuten gedauert hat. Weitere zu empfehlende Stadtteile zum Wohnen in Uninähe sind z.B. Ultimo, Glebe oder Surry Hills. Ich habe auf Grund der zentralen Lage auf jegliche Zug- oder Bustickets verzichten können, da alles in Laufdistanz lag.
In Sydney gibt es einfach jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Neben dem Hafen mit Harbour Bridge und Oper (jedes Mal wieder beeindruckend) zählten der Botanical Garden, der sich perfekt zum Joggen oder Erholen eignet, der Hyde Park, besonders schön im Sommer natürlich, und der Darling Harbour mit vielen Cafes, Bars und Clubs, zu meinen favorisiertenPlätzen.
Der schönste „Stadtstrand“ ist meiner Meinung nach Manly Beach, allein die 30-minütige Fährfahrt dorthin ist jedes Mal wunderschön gewesen und man hatte eine super Sicht auf die ganze Hafengegend. Bondi Beach ist natürlich auch toll. Hier empfiehlt es sich, den Coogee-to-Bondi-Walk mit einigen kleineren schönen Stränden mittendrin zu machen. Überall gibt es freie Barbecue Plätze, die man einfach so nutzen kann. Was gibt es besseres, als mit seinen Freunden an einem sonnigen Tag einfach ein spontanes Barbecue am Strand zu machen und ein kühles Bierchen dazu zu trinken. Herrlich!
Feiern kann man natürlich auch super und es ist gar nicht möglich, alle Clubs Sydneys in so kurzer Zeit besuchen zu können. Am besten gefallen haben mir hier die Orte Kings Cross, George St., Darling Harbour oder The Rocks. Etwas gewöhnungsbedürftig aber auch mit viel Charme ist die Oxford St., an der sich viele „bunte Vögel“ die Nacht um die Ohren schlagen. Zu entdecken gibt es auf jeden Fall genug, findet selbst heraus, was euch am besten gefällt. An den Wochenenden kann man sehr gut die tollen Gegenden außerhalb von Sydney entdecken, wie z.B. die Blue Mountains, unterschiedliche National Parks oder die etwas weiter von der Stadt entfernten Strände, wie z.B. Cronulla.
Reisen nach dem Studium
Nach den letzen Klausuren Ende November bin ich dann mit einem Freund, den ich an der UTS kennengelernt habe, in den Norden nach Cairns geflogen und von dort sind wir in einem Campervan die australische Eastcoast gen Süden entlang gereist, wieder Richtung Sydney. Dort warten zum Beispiel Regenwald, die wunderschönen Whitsunday Islands, Fraser Island oder Surfers Paradise auf euch.
Weihnachten haben wir am Strand in Byron Bay verbracht, wo wir uns zum gemeinsamen Feiern mit vielen Freunden von der UTS wiedergetroffen haben, die ebenfalls an der Eastcoast unterwegs waren. Nach einem unvergesslichen Silvesterabend in Sydney bin ich noch für jeweils 3 Wochen durch Neuseeland und Thailand gereist und nun bin ich, wie bereits erwähnt, seit 2 Wochen zurück in Deutschland und berichte von meinen Erlebnissen. Es war wirklich die beste Zeit meines Lebens. Selbst nach den tollen Eindrücken des vielen Reisens war das Leben und Studieren in Sydney im Nachhinein einfach unschlagbar. Diese Stadt hat so unglaublich viel zu bieten und man findet so schnell viele tolle neue Freundschaften, mit denen man dieses Erlebnis teilen kann. Sehnsüchtig und mit ein bisschen Fernweh blicke ich auf diese Zeit zurück und kann es kaum erwarten irgendwann einmal nach Australien und insbesondere nach Sydney zurückzukehren.
Abschließen möchte ich mit einem, wie ich finde tollen Satz, den mir eine Freundin aus Sydney vor ein paar Tagen geschrieben hat: „Don’t cry because it’s over – smile because it happened…“ Dieser Satz beschreibt die aufregende Zeit in Sydney und auch das Reisen danach nahezu perfekt.
So, make it happen for you….
Ich wünsche euch eine unvergessliche Zeit und stehe für weitere Fragen zu Sydney und der UTS gerne zur Verfügung.
Greets, Benno Masemann.
benno-masemann@web.de
Erfahrungsbericht - Johannes Vetter
Als Pärchen für ein Semester an die UTS
Der folgende Bericht gibt viele nützliche Praxistipps, gerade wenn man als Pärchen unterwegs ist. Es wird viel über Themen wie zum Beispiel den Autokauf, die Vorbereitung auf ein Auslandssemester, die Wohnungssuche und alles was man in Sydney machen sollte, berichtet. Außerdem richtet sich ein Teil an alle, die in Sydney günstig einkaufen möchten (egal ob Kleidung oder Lebensmittel). Wer viel über die UTS an sich oder die australische Kultur erfahren möchte, sollte einen der anderen Berichte lesen. Diese Themen wurden schon ausführlich und gut behandelt.
Inhaltsverzeichnis:
1 Organisation von zu Hause aus
1.1 Aufenthaltsdauer, Programm und Uni
1.2 Ranke Heinemann Kooperation, Bewerben und Finanzierung sichern
1.3 Flug buchen (möglichst früh)
1.4 Unterlagen besorgen
2 Organisation in Sydney
2.1 Hostel
2.2 Wohnungssuche
2.3 Uni
2.4 Autokauf
2.5 Spartipps
3 Explore Sydney
1 Organisation von zu Hause aus
Bevor man sich auf die Reise macht gibt es viel zu tun. Man sollte sich deshalb frühzeitig mit der Planung des Auslandsaufenthaltes auseinandersetzen und anfangen zu planen. Meistes liegt es nämlich nicht an der eigenen Trägheit dass nichts voran geht, sondern daran, dass man auf Unterlagen oder Zusagen wartet. Gerade wenn man den Aufenthalt als Pärchen plant muss man zusätzliche Planungszeit einkalkulieren. Es ist also nicht übertrieben zu sagen, dass man 1 Jahr bevor es losgeht anfängt.
1.1 Aufenthaltsdauer, Programm und Uni
Als aller erstes sollte man sich überlegen wie lange man im Ausland verbringen will. Das hängt zum einen davon ab, wie die finanziellen Ressourcen aussehen, auf die man zurückgreifen kann und zum anderen welche Art von Auslandsstudium man anpeilt. Australische Universitäten bieten von einem halben Jahr bis hin zu mehreren Jahren eigentlich alles an. Die einfachste Art hier zu studieren ist das so genannte „Study Abroad“. Hierfür sind die Zulassungsbestimmungen gering und man kann seine Kurse sehr frei aus allen Fakultäten wählen. Dafür hat man am Ende des Aufenthaltes keinen zusätzlichen Abschluss. Man kann hierbei meist zwischen 3 bis 4 Kursen wählen und der Aufwand hält sich in Grenzen. Anders ist das bei einem Master Programm oder einem Certificate. Master sind meist auf 3 Semester ausgelegt und man hat nach seinem Aufenthalt in Australien einen vollwertigen Master. Certificates gibt es schon ab einem Semester. Diese sind weniger wert als ein Master aber man hat immerhin „was in der Hand“.
Auf dieser Seite kann man sich ein passendes Studienprogramm heraussuchen:
http://idp.studylink.com.au/search/search.html Über diese Seite findet man auch heraus auf welcher Uni das spezielle Programm angeboten wird. Bei der Uniwahl an sich gibt es mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Entweder man möchte „Großstadtluft“ schnuppern und entscheidet sich für Sydney oder eine andere Großstadt, oder man entscheidet sich für eine kleinere Stadt in denen es auch schöne Unis gibt. Die Stadt bringt zwar höhere Lebenskosten mit sich, dafür gibt es mehr Vielfalt. Die kleinen Städte sind etwas billiger, können aber gerade im Wintersemester etwas langweilig werden.
1.2 Ranke Heinemann Kooperation, Bewerben und Finanzierung sichern
Wenn man eine Universität gefunden hat, sollte man mit dem Institut Ranke-Heinemann Kontakt aufnehmen, um auf die sehr hilfreichen Dienste von Ranke Heinemann zurückgreifen zu können, die gerade den Bewerbungsprozess deutlich erleichtern.
Nachdem man sich für eine Universität entschieden hat, ist Bewerben angesagt. Da der Bewerbungsprozess eine Weile dauert, empfiehlt es sich zeitgleich Bewerbungen für 2-3 Unis loszuschicken, da man dann mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Platz bekommt. Im selben Atemzug ist es ratsam die Finanzierung für den Aufenthalt zu klären. Das so etwas nicht ganz billig ist, dürfte ja klar sein. Zum einen müssen Flug und Studiengebühren bezahlt werden, wobei schon Kosten von ca. 1100€ für den Flug und bis zu 7000€ für die Studiengebühren entstehen (je nach Programm und Universität). Danach benötigt man noch ein Visum für ca. 400€ und diverse andere Unterlagen. Wenn man sich für eine Wohnung in Sydney entschieden hat, sollte man noch mal mit einem Mietpreis von 150-200$ (ca. 90-120€) pro Woche rechnen. Man kann es vielleicht auch günstiger bekommen, dann fängt aber die Lebensqualität an zu leiden, da die Wohnungen dann meist sehr dreckig sind. Es gibt mehrere Möglichkeiten um die man sich bemühen kann. Zum einen ist Auslands-Bafög eine große Hilfe, wenn man das jedoch nicht bekommt gibt es diverse Stipendien, zum Beispiel bei Ranke Heinemann selbst (http://www.ranke-heinemann.de/australien/stipendium.php), beim DAAD (http://www.daad.de/de/index.html) und teilweise auch direkt bei der Universität bei der man sich beworben hat. Eine gute Auflistung ist auch hier zu finden: http://www.ranke-heinemann.de/australien/unis.php?id=12.
1.3 Flug buchen (möglichst früh)
Wenn man sich relativ sicher ist, dass man einen Studienplatz bekommt, da die Studienleistungen in Deutschland gut sind oder das Programm sehr gut zu einem passt, ist es ratsam sich schon sehr früh (bevor man eine Zusage hat) um einen Flug zu bemühen, da es sonst sein kann dass man nur noch sehr teure Flüge bekommt, da entweder die Bestätigung der Uni zu spät kommt oder der Finanzgeber mit seiner Entscheidung auf sich warten lässt. Bei den Flügen kann man meist eine Stornierungsversicherung abschließen. Das würde ich auf jeden Fall machen, da diese meist nur ein paar Euro kosten und man bei mehr als einem halben Jahr Vorlauf nie weiß was noch passiert.
Übergepäck für Studenten ausnutzen
Als internationaler Student genießt man bei vielen Fluggesellschaften (z.B.: Thai Airways) den Vorteil, dass man nach Vorlage seines CoE (Confirmation of Enrolment, das ist quasi die Zusage für einen Studienplatz) die Gepäckgrenze um 10kg aufstocken kann. Das sollte man auf jeden Fall machen, da ich bisher noch niemanden gesehen habe, der am Ende nicht in irgendeiner Art und Weise zu viel Gepäck hat, da zählt dann natürlich jedes Kilo. Gepäck nach Hause schicken ist sehr teuer (zwischen 150-250$ für 5-10kg) und auch Übergepäck im Flugzeug kann schnell 15€ pro Kilo kosten. Es reicht wenn man seinen CoE per Email an die Fluggesellschaft schickt und um Gepäckaufstockung bittet.
Around the World Ticket oder Inlandsflüge
Für alle die erstens sehr viel Zeit mitbringen und zweitens genug Geld haben gibt es so genannte Around the World Ticktes. Das sind Flugtickets die nicht wesentlich teurer sind als normale Tickets, aber auf dem Hin- oder Rückflug noch 2-3 Zwischenstopps enthalten. So kann man zum Beispiel nach seinem Aufenthalt in Australien noch weiter nach Neuseeland, Los Angelas und Kanada. Man sollte sich wie gesagt vorher überlegen ob man sich das leisten kann und will und ob die Zeit dafür bleibt. Solche Tickets werden fast von jeder Fluggesellschaft angeboten.
Eine weitere Option ist, sich ein Ticket zu kaufen (z.B.: Quantas) das noch 2-3 Inlandsflüge beinhaltet. Auch bei diesen Tickets spart man sich Geld im Gegensatz dazu, wenn man jeden Flug einzeln kaufen würde. Man muss sich aber auch überlegen, ob man die Zeit findet diese Flüge zu verbrauchen. Diese Option ist gut geeignet wenn man sich vorgenommen hat den Ayers Rock zu besichtigen, da man dort eigentlich nur mit dem Flugzeug hinkommt und Einzelflüge dorthin sehr teuer sind. Man kann sich aber auch 10 Tage Zeit nehmen und eine Bustour dort hin machen.
Ach ja, was man unbedingt machen sollte, ist sich eine Miles and More Karte zu besorgen. Das geht ganz einfach bei http://www.miles-and-more.com und zahlt sich definitiv aus, da die Flüge nach Australien ja doch beträchtlich lang sind.
Hier gibt es weitere Infos zu diesem Thema: http://www.ranke-heinemann.de/australien/ozinfos.php?id=1
1.4 Unterlagen besorgen
Wenn man nun die Uni, den Flug und alles weitere geregelt hat, geht es daran sich alle möglichen Unterlagen zu besorgen, die man in Australien braucht.
Visum
Alles was man über das Visum wissen muss findet man auch hier: http://www.ranke-heinemann.de/australien/ozinfos.php?id=10
Internationaler Führerschein
Einen internationalen Führerschein kann man sich besorgen, muss man aber meiner Meinung nach nicht. Es heißt zwar, dass man ihn benötigt wenn man ein Auto kaufen will, das hat bei mir aber nicht zugetroffen. Es schadet aber sicher nichts wenn man ihn dabei hat. Die 16€ sind spätestens dann gut investiert wenn wirklich jemand danach fragt. Sollte man aber nicht planen ein Auto zu kaufen reicht der normale Euro-Führerschein aus. Wichtig ist außerdem, dass der internationale Führerschein nur in Kombination mit dem richtigen Führerschein gilt. Den sollte man also nicht zu Hause lassen.
Jugendherbergsausweis, Internationaler Studentenausweis
Man kann sich ebenfalls einen Jugendherbergsausweis (http://www.jugendherberge.de/de/mitgliedschaft/) machen lassen. Da bekommt man dann hier und da eine Vergünstigung. Dasselbe gilt für einen internationalen Studentenausweis (http://www.isic.de/). Beides ist meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig, schadet aber auch nichts. Der internationale Studentenausweis zum Beispiel wird nur für den Zeitraum benötigt in dem man nicht sowieso einen Studentenausweis der Uni vor Ort hat, also bei Stop Over oder Reisen im Anschluss bzw. vor dem Aufenthalt.
OSHC (Direkt von Uni)
Die OSHC ist die „Over Seas Helath Care“. Diese muss jeder internationale Student abschließen. Man kann hier frei wählen bei welchem Anbieter man das machen möchte. Um sich aber viel Arbeit zu ersparen ist mein Tipp einfach das Angebot der Uni zu nutzen und das ganze zusammen mit den Studiengebühren zu bezahlen. Meistens ist das eh das billigste und wenn nicht, sind es keine Unsummen die man sich wo anders sparen könnte. Außerdem weiß man bei dem Angebot von der Uni, dass man was Solides hat, weil damit auch schon viele andere ihre Auslandsaufenthalte überlebt haben.
Impfungen für Stop Over
Gerade wer vor oder nach seinem Aufenthalt in Australien noch einen Stop Over in Schwellenländern wie Thailand plant, sollte sich mindestens ein halbes Jahr vor Abreise mit seinem Arzt besprechen welche Impfungen fällig sind und welche für das entsprechende Land empfohlen sind. Auch wenn man nur ein paar Tage in Thailand verbringt sollte man sich gegen Hepatitis impfen lassen. Da man hier mehrere Impfungen benötigt ist eine gewisse Vorlaufzeit einzuplanen.
Wohnungssuche (keine Zeit in D verschwenden)
Die Wohnungssuche ist eine Sache mit der man sehr viel Zeit verschwenden kann. Meiner Erfahrung nach macht es zum Beispiel absolut keinen Sinn schon von Deutschland aus eine Wohnung (ich spreche hier aus meiner Erfahrung mit Apartments, nicht mit shared rooms oder houses) zu suchen. Man findet zwar tolle Angebote auf diversen Seiten wie www.domain.com.au, wenn man die Objekte aber nicht besichtigen kann würde ich davon abraten eins zu mieten, da man über die Fotos im Internet nie auf die Lage und den Zustand sowie die Ausstattung schließen kann. Mein Ratschlag ist also wenn überhaupt von Deutschland ein Hostel für die erste Woche zu Buchen und eine Wohnung vor Ort zu suchen (siehe extra Abschnitt). Ein Hostel schon von Deutschland aus zu buchen ist praktisch, da man dann gleich weiß wo man hin muss wenn man nach 24 Stunden Flug ankommt und erstmal den Jetlag überwinden kann. Manche Hostels bieten auch einen Shuttle Service vom Flughafen an. Möchte man kein Hostel vorreservieren, kann man auch einfach nach Ankunft in Sydney an den Hauptbahnhof oder nach Kings Cross fahren. Dort gibt es Hostels wie Sand am Meer.
Das einzige an Wohnungssuche was sich schon aus Deutschland lohnt ist ein so genannter House-Sit. Das bedeutet man zieht in ein Haus, Wohnung oder Zimmer ein, das jemandem gehört der für eine gewisse Zeit auf Reisen ist und in dieser Zeit jemanden haben möchte, der auf sein Heim aufpasst. Der Vorteil hier ist, dass man nichts bezahlen muss und sich jede Menge Geld sparen kann. Man muss aber damit rechnen, dass man vielleicht einen Hund, oder andere Tiere versorgen muss. Das ist jedem selbst überlassen ob man das möchte oder nicht. Eine Plattform über die man solche House Sits finden kann ist zum Beispiel: http://www.housecarers.com/ (50 US$/Jahr Gebühr) oder http://www.housesitworld.com.au (kostenfrei).
2 Organisation in Sydney
So, man hat alles geschafft und ist endlich in Sydney angekommen. Das heißt aber noch lange nicht, dass man nun nur noch relaxen kann. Meistens hat man noch keine Wohnung, die organisatorischen Dinge in der Uni sind noch nicht geregelt und und und.
2.1 Hostel
Wenn man noch kein Hostel von zu Hause aus gesucht hat empfiehlt es sich an den Hauptbahnhof zu fahren und ins YHA einzuchecken. Das ist zwar etwas teurer, man hat aber einen gewissen Standard und außerdem ist man sehr zentral und in direkter Nähe zu UTS. Man kann also alles zu Fuß erledigen. Möchte man etwas günstiger davon kommen und einen etwas weiteren Weg in die Stadtmitte in Kauf nehmen, rate ich jedem nach Kings Cross zu gehen. Das ist zwar das Rotlichtviertel von Sydney, wer aber schon mal in Hamburg oder Frankfurt unterwegs war wird darüber nur lachen. Hier gibt es unzählige Hostels und auch am Abend ist hier einiges geboten. Außerdem findet man hier wahrscheinlich am schnellsten Kontakt zu anderen Studenten bzw. Backpackern die gerade ankommen.
2.2 Wohnungssuche
Als nächstes sollte man sich auf die Wohnungssuche machen. Alles was ich nun schreibe gilt dafür, wenn man ein Apartment sucht in dem man alleine (z.B.: mit Freundin oder Freund) wohnen möchte. Für Shared Rooms und Houses gelten andere Gesetze.
Zu allererst sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man nicht am ersten und wahrscheinlich auch nicht am zweiten Tag fündig wird. Wichtig ist, dass man die Agency Struktur in Sydney verstanden hat bevor man mit der Suche beginnt. Sydney ist in viele Suburbs unterteilt und es gibt unzählige Real Estate Agencies in Sydney. Nun wäre es aber viel zu einfach wenn ein Real Estate Agency für alle Suburbs zuständig wäre. Nein, natürlich nicht. Jeder Suburb hat eine eigene Filiale von fast jeder großen Real Estate Agency. Und das Problem ist, dass nur diese Filialen wissen, was momentan in ihrem Suburb angeboten wird. Ein kleines Beispiel. Es kann also passieren, dass man In Bondi bei Laing&Simmons (Agency) fragt ob denn noch ein Apartment frei ist. Dort bekommt man gesagt, dass es nichts mehr gibt. Das gilt nun aber nicht für ganz Sydney sondern nur für Bondi. Wenn man nun also in einen anderen Suburb (z.B.: Darlinghurst) fährt muss man dort wieder zu Laing&Simmons und fragen ob es was in Darlinghurst gibt.
Aber nichts desto trotz ist es möglich eine Wohnung zu finden.
Folgende Prozedur hat sich bei uns als am besten herausgestellt.
- Ein Auto mieten, da es ohne Auto quasi nicht möglich ist alle Suburbs abzufahren. Ein Tipp hierfür ist die Autovermietung „No Birds“ in der Williamsstreet. Hier gibt es Angebote für 20$/Tag und man bekommt auch noch ein gutes Auto für das Geld. Wenn man sich auf einen Suburb fixiert hat in dem man unbedingt wohnen möchte ist das Auto nicht unbedingt nötig.
- Das Internet nach möglichen Objekten durchsuchen. Eine sehr gute Seite ist hierfür www.domain.com.au. Hier kann man genau spezifizieren was man möchte und wo man wohnen will. Man kann auch in den Suburbs zu den Agencies hinfahren und sich einen Zettel holen auf dem alle verfügbaren Objekte aufgelistet sind. Die gefundenen Angebote dann am besten gleich abtelefonieren und vor einer Besichtigung unklare Fragen beantworten lassen:
- Möbliert? Viele Objekte werden unmöbliert angeboten. Man kann sich zwar relativ günstig Möbel mieten, aber dann muss man eben kalkulieren ob es sich lohnt.
- Mindestmietdauer? Viele Objekte haben eine Mindestmietdauer von 6 Monaten. Teilweise ist das verhandelbar.
- Parkmöglichkeiten? Wichtig wenn man plant ein eigenes Auto zu kaufen. Viele Häuser vermieten Parkplätze, das kann aber schon 30-60$ die Woche kosten. Alternativ kann man sich als Permanent Resident anmelden und kann dann auf der Straße parken in bestimmten Zonen. Es ist wichtig das Council anzurufen um zu fragen ob man für diese Wohnung eine Permanent Parking Permission bekommt.
- Gas/Electricity/Water included or excluded? Gerade im Winter wenn man noch die Elektroheizung anwerfen muss ist das ein Faktor der schnell ins Geld gehen kann.
- Sind alle Fragen zufrieden stellend beantwortet kann man einen Termin für eine Inspektion ausmachen. Hat man die Fragen nicht geklärt kann das ganz schnell zur Zeitverschwendung werden, weil irgendein Faktor (z.B.: unmöbliert) sofort das Aus bedeutet. Am besten gleich mehrere Termine ausmachen, da man sicher nicht gleich beim ersten Haus einen Treffer landet.
- Nächster Schritt ist die Inspektion. Da man sich hier für Wohnungen bewerben muss (meist beim Landlord) sind folgende Unterlagen von Vorteil:
- Kontoauszug wenn man nicht arbeitet (als Nachweis, dass man sich die Wohnung leisten kann)
- Nachweis vom Arbeitgeber, wenn man arbeitet
- Bestätigung vom letzten Vermieter (meist Jugendherberge) dass man nichts zerstört hat bzw. ein guter Mieter war
- Evtl. Lebenslauf (macht sich gut)
- Nach der Besichtigung muss man eine Application ausfüllen und diese dann bei der Agentur abgeben
- Wenn man sehr interessiert ist an der Wohnung muss man ein Deposit zahlen. Das ist meist eine Wochenmiete die zur Folge hat, dass keine weiteren Inspektionen der Wohnung mehr gemacht werden. Das heißt die Chancen die Wohnung zu bekommen steigen. Das Deposit wird übrigens zurückbezahlt falls man selber die Wohnung nicht will.
- Nun heißt es Daumen drücken, dass es klappt
Für alle die eine schönes Apartment suchen hier noch der ultimative Tipp: http://www.spr.net.au/. Hier haben wir unsere Wohnung gemietet und es ist super. Kein Papierkram, kein Vertrag, keine Mindestlaufzeit. Wir können quasi gehen wann wir wollen und man kann auch noch gut mit dem Agent verhandeln (er heißt übrigens Jason Piedade).
Wenn ihr nur ein Zimmer sucht, dann kann ich www.flatmates.com empfehlen. Hier findet man sicher was.
2.3 Uni
Die folgenden Absätze sind nur dann wichtig, wenn ihr die Orientation Week verpasst habt (so wie ich weil ich in Deutschland noch Klausuren schreiben musste).
Wenn ihr es erstmal bis hierher geschafft habt seit ihr schon fast am Ziel. Jetzt geht es noch darum sich richtig an der UTS einzuschreiben. Achso, ihr dachtet, dass hättet ihr schon von Deutschland aus im Internet gemacht, nein nein, ihr müsst euch hier quasi noch mal anmelden. Dazu geht ihr am besten gleich zum International Office. Das befindet sich im Towergebäude (am Broadway) im „Keller“. Man geht also zum Eingang rein, ein Stockwerk nach unten und dann gleich rechts. Dort wird euch alles genau erklärt.
Studentenausweis und OSHC organisieren
Das erste ist ein Studentenausweis. Den bekommt man im Building 10. Man benötigt kein Lichtbild, da die vor Ort eins machen und direkt auf den Ausweis aufdrucken. Der nächste Weg sollte auch dann zur Medibank führen. Das ist die private OSHC in Sydney. Ihr braucht eine Bestätigung von der Uni, die ihr auch im International Office bekommt sowie eine Kopie des CoE. Bei der Medibank (z.B.: an der Town Hall) geht dann alles recht schnell und nach ein paar Tagen bekommt ihr die Health Karte zugeschickt.
Orientation ist sinnvoll, aber nicht notwendig
Wie schon gesagt, habe ich die Orientation Week zum größten Teil verpasst, was ich aber im Nachhinein nicht als Nachteil ansehe. Uns war es in der ersten Woche wichtiger eine Wohnung zu finden um uns endlich niederlassen zu können. Dafür sind schon mal 3 Tage drauf gegangen. Leute lernt man auch so viele kennen. Entweder über die Regionalgruppen Treffen von Ranke Heinemann oder in den Kursen. Also keine Panik. Die einzigen Events der Orientation Week, die ich empfehlen kann sind der Pub Crawl (war ich selbst nicht dabei, soll aber witzig sein), das Tandem Buddy Meeting (da bekommt man einen australischen Studenten zugewiesen als Ansprechpartner. Ist sehr gut um mit Australiern in Kontakt zu kommen), und die Begrüßungen der Fakultäten (wenn ihr Postgraduate Sudies macht). Falls ihr trotzdem an den ganzen Führungen in der Uni etc. teilnehmen wollt findet nach der 2. Uniwoche am Samstag noch mal ein Orientierungstag für Later Comers statt.
Lecture Struktur (anders als in D)
Das Vorlesungssystem in Australien wird euch wahrscheinlich etwas überraschen. Zum einen gibt es Anwesenheitspflicht (zumindest in den Tutorials) und zum anderen entscheidet sich die Note nicht durch eine Klausur am Ende des Semesters sondern wird aus vielen Einzelleistungen zusammengesetzt. Diese so genannten Assignments finden während dem Semester statt und können z.B.: Präsentationen, Papers oder Case Studies sein. Es wird viel in Teams gearbeitet. Meiner Ansicht nach ist der akademische Level nicht so hoch wie in Deutschland, dafür wird während dem Semester viel mehr Engagement erwartet, was einen hohen Arbeitsaufwand mit sich bringt. In einem Satz gesagt, es ist nicht schwer, aber viel.
2.4 Autokauf
Jetzt kommt ein Thema was beliebig kompliziert und zeitaufwändig werden kann, wenn man sich nicht auskennt, der Autokauf. Also zuerst sollte man sich mal darüber klar werden ob man denn ein Auto kaufen möchte oder nicht. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Zum einen benötigt man eine Möglichkeit das Auto zu parken. Dazu muss man sich entweder einen Stellplatz mieten (kostet 30-70$ pro Woche) oder man beantragt eine Permanent Parking Permission. Das ist jedoch nicht bei allen Wohnungen möglich (vor allem wenn das Haus an sich Parkmöglichkeiten hat) und sollte vorher mit dem Council geklärt werden. Außerdem birgt jedes Auto Kosten und auch in Australien gibt es eine Art TÜV (mehr dazu später). Des Weiteren muss man sich überlegen, ob man ein Auto wirklich braucht. Möchte man einen Road Trip in den Ferien machen oder viel in Nationalparks fahren ist es auf jeden Fall ratsam, da Mietwagen auf die Dauer teurer kommen und die öffentlichen Verkehrsmittel auch nicht überall hinfahren. Und das wichtigste Argument ist, dass man unabhängig ist. Was muss man aber wissen um ein Auto zu kaufen? Zu allererst ist die Frage: „Wo bekomme ich überhaupt ein Auto her?“ Dazu gibt es mehrere Antworten.
Kings Cross Automarkt und Hostels
Das ist angeblich einer der größten Automärkte in Sydney auf denen Privatpersonen (meist Backpacker) ihre Autos anbieten. Wenn man hier in der Hochsaison (australischer Sommer) kommt hat man wahrscheinlich eine gute Auswahl (kann ich aber nicht versprechen, da ich im Juli dort war) und der Vorteil ist, dass man gleich viele Autos miteinander vergleichen kann. Außerdem muss man nicht weit fahren um eine Probefahrt zu machen oder das Auto zu inspizieren und man hat meist eine komplette Campingausrüstung mit im Auto. Der Nachteil ist, dass es sich wie gesagt meist um Backpacker Autos handelt, die zum einen astronomisch viel Kilometer (300.000 ist hier völlig normal) auf dem Tacho haben und zum anderen nicht besonders gepflegt bzw. gewartet sind. Die Autos werden einfach gefahren und immer nur soweit repariert, dass sie wieder ein paar 100 km halten. Man sollte hier auf jeden Fall mal vorbeischauen. Sucht man aber einen Kleinwagen ist man hier nicht richtig, da es quasi nur Vans und Station Wagons (Kombis) gibt. Die gleiche Art von Auto bekommt man auch wenn man in den Hostels reinschaut und die schwarzen Bretter durchforstet.
Privat
Eine andere Möglichkeit ein Auto zu beziehen ist wie in Deutschland auch übers Internet von Privatleuten. Hier bietet sich die Seite www.drive.com.au oder www.tradingpost.com.au an. Hier ist der Vorteil, dass man relativ gepflegte Autos zu einem guten Preis finden kann. Wenn man die Möglichkeit hat etwas weiter außerhalb von Sydney Autos zu inspizieren, sollte man das auf jeden Fall machen, da dort der Wettbewerb mit anderen Studenten oder Backpackern nicht so hoch ist und man (wir zumindest) ein richtiges Schnäppchen schlagen kann.
Händler mit Rückkauf Garantie
Die letzte Möglichkeit die ich hier noch anführen möchte ist der Kauf bei einem Händler. Hier hat man meist eine Rückkaufgarantie von ca. 40% des Kaufpreises. Das heißt man bekommt am Ende des Aufenthalts auf jeden Fall wieder 40% zurück, wenn man das Auto nicht selbst verkaufen kann. Vorteil hier ist auch, dass man eine Garantie auf Gear Box und Motor für eine gewisse Anzahl von Kilometern bekommt. Nachteil ist, dass man meist deutlich mehr bezahlt als bei Privatleuten.
Tipps
Es gibt ein paar Dinge die man beim Autokauf unbedingt berücksichtigen sollte. Alle Tipps die nun folgen gelten nur für NSW, da in allen anderen Staaten auch andere Richtlinien gelten mit denen ich mich selbst nicht genug auskenne.
- Rego: Die Rego ist eine Art TÜV. Man muss sie jedes Jahr erneuern und das Auto wird dabei einem kleinen Check unterzogen (vor Allem Bremsen und Reifen). Die Rego ist Staatenbezogen, das bedeutet das Auto ist in dem Staat in dem die Rego ausgestellt wurde, zugelassen. Das ist wichtig, da man beim Umschreiben des Autos in den Staat fahren muss in dem die Rego gilt. Kauft man beispielsweise in NSW (Sydney) ein Auto mit Rego in Queensland muss man zur Umschreibung des Eigentümers innerhalb von 2 Wochen nach dem Kauf nach Queensland fahren, und das ist von Sydney aus ein ganz schönes Stück. Meine Empfehlung ist deshalb in Sydney ein Auto mit noch gültiger Rego in NSW zu kaufen. Dann muss man keinen Sicherheitscheck machen und auch die Umschreibung geht ganz einfach in Sydney. Muss die Rego erneuert werden, kostet das um die 800$ in NSW (für ein Jahr).
- Versicherung: Die Versicherung ist in Australien (NSW) auch anders geregelt als in Deutschland. Wenn man ein Auto kauft das noch Rego hat, hat man den so genannten Green Slip. Das entspricht einer reinen Haftpflichtversicherung für Personenschäden. Damit sind noch keine Sachschäden an anderen Autos abgedeckt. Einfach gesagt: „Wenn ich einen Porsche anfahre zahlt die Versicherung das Schleudertrauma des Fahrers und ich selber den Schaden am Porsche.“ Das kann natürlich sehr teuer werden. Deshalb gibt es eine Zusatzversicherung die sich Third Party Property Insurance (TPPI) nennt. Diese kostet zwischen 500-600$ im Jahr. Damit sind dann Sachschäden abgedeckt. Sollte man, gerade wenn man größere Fahrten vorhat unbedingt abschließen. Auch hierfür gibt es im Kings Cross Automarkt eine Stelle an der man angeblich die billigste TPPI bekommt. Andere Anbieter sind: www.nrma.com.au (entspricht in etwa dem ADAC) oder www.autobahn.com.au.
- Probefahrt: Der letzte Tipp zum Autokauf ist: „Kaufe kein Auto das du nicht zuvor gefahren bist.“ Auf Grund des Klimas in Australien rosten die Autos hier kaum. Das heißt auch ein Auto von 1987 mit 400.000km kann aussehen wie neu. Spätestens beim Fahren merkt man aber ob irgendwo etwas Faul ist. Ich bin auch kein Mechaniker, aber größere Macken kann man dadurch trotzdem umgehen. Eine weitere Idee ist, dass man während der Probefahrt bei einem Mechaniker vorbeifährt und einen kurzen Check vornehmen lässt. Das kostet zwar Geld, aber es lohnt sich denke ich. Man sollte auch auf die Motorisierung achten. Es gibt hier viele Autos mit mehr als 4L Hubraum und PS jenseits der 150. Das wirkt sich natürlich auf den Benzinverbrauch aus. Und auch wenn der Sprit hier vergleichsweise billig ist geht das bei ein paar 1000 km ins Geld. Also lieber einen etwas kleineren Motor und dafür aber weniger Spritverbrauch (13-15L/100km sind bei einem Station Wagon aber kaum vermeidbar).
2.5 Spartipps
Dieses Kapitel habe ich eingebaut da man in Sydney auch sparsam leben kann, das aber erstmal herausfinden muss. Damit nicht jeder die gleiche Zeit benötigt um günstige Produkte zu finden hier mal ein paar Schnäppchentipps.
Günstige Lebensmittel
Wo bekommt man natürlich günstige Lebensmittel? Richtig, bei ALDI. Die Brüder Albrecht haben es tatsächlich auch nach Übersee geschafft. Und es gibt nicht nur einen ALDI in Sydney, sondern viele. Der am einfachsten zu erreichende ist aber wohl der in der Edgecliff Junction. Man muss nur die Eastern Line Richtung Bondi Junction nehmen und in Edgecliff aussteigen. Der ALDI ist direkt im Bahnhofsgebäude. Man bekommt dort eigentlich die gleichen Produkte wie in Deutschland. Preislich ist ALDI zwar eine der billigsten Alternativen in Australien, aber an die deutschen Preise kommen sie trotzdem nicht ran. Wer schlecht wohnt um ALDI zu erreichen kann auch auf andere Märkte wie Coles und Woolworths zurückgreifen. Alle diese großen Läden haben Hausmarken die meist deutlich billiger sind als die restlichen Produkte, qualitativ aber vergleichbar. Bei Coles heißt diese Marke auch coles und bei Wooli heißt sie homebrand. TIPP: Gehe nie in einen sogenannten Convenience Store, es hat einen Grund dass keine Preise ausgeschrieben sind. Da kann man nämlich schon mal für eine Cola und eine Tüte Chips umgerechnet 12€ loswerden.
Wenn man im speziellen auf der Suche nach Obst und Gemüse ist, sollte man auf Paddies Market gehen. Dieser Markt ist im gleichen Gebäude wie Market City (in der Nähe von Central) und hat jede Woche von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Dort bekommt man neben „spott“-billigem Obst und Gemüse alles was das Herz begehrt. Schuhe, Souvenirs, Sonnenbrillen… Man sollte da auf jeden Fall mal reinschauen. Beim Obst kann man zwar Schnäppchen machen, man muss aber etwas auf die Qualität achten, da diese wirklich sehr schwankt. Im Normalfall kann man aber alles probieren bevor man es kauft, und dann kann man für 5$ die Obstschale voll machen.
Günstige Kleidung
Kleidung kann man im Prinzip überall günstig bekommen. Mir kommt es so vor als wäre hier das ganze Jahr über irgendein Schlussverkauf. Immer wenn ich hier den normalen Preis bezahle komm ich mir irgendwie über den Tisch gezogen vor. ;-) Aber eine Adresse an der man auch qualitativ hochwertige Kleidung bekommt ist Market City (über Paddies Market am Central). Hier befinden sich über 35 Outlet Stores in denen man alles bekommt was man sucht. Ich habe zum Beispiel Flip Flops gekauft, die von 90$ auf 9$ reduziert waren. Und die sind aus echtem Leder.
Güstiger „Krims-Krams“
Ein Phänomen in Sydney sind die Läden in denen man all das bekommt von dem man immer geglaubt hat man würde es nie brauchen. Diese Läden (ich nenne sie mal liebevoll Krims Krams Läden) findet man vor allem entlang der George Street. Man kann hier von der Wäscheklammer über Seife und Handtücher bis hin zu Küchengeräten und Wanderschuhen wirklich alles bekommen, und das zu einem unglaublich geringen Preis. Dementsprechend ist auch die Qualität, aber für ein paar Monate tuns die Sachen schon und danach schmeißt man sie ja sowieso weg. Mein Tipp ist, immer zuerst in diesen Läden zu schauen ob es das was man sucht dort gibt bevor man es woanders kauft. Spart auf die Dauer echt Geld. Aber Vorsicht, nicht alles ist unbedingt billiger. Einfach vergleichen ist die Devise. Ein weiterer dieser Läden ist Go-Lo im Broadway Shopping Center. Hier bekommt man etwas hochwertigeren Kirms Krams für ebenfalls super Preise. Am Rande sei auch noch K-Mart (ebenfalls im Broadway Shopping Center) erwähnt wo man allerlei Sportsachen und Campingausrüstung, sowie Bettwäsche… für gutes Geld bekommt.
Günstiges Essen
Essen kann man in Sydney auch sehr günstig. Eigentlich bieten alle Restaurants entlang der George Street oder King Street, aber auch in den Seitenstraßen oder Einkaufszentren Lunch Specials an. Bei Asiaten ist es meist eine Auswahl aus mehreren Gerichten in anderen Restaurants gibt es Steaks für 5$ oder etwas vergleichbares. Ein konkretes Beispiel ist „The Gaff“ am Oxford Square. Hier gibt es ein Diner Special. Der Preis steigt je später es wird. Wenn man aber schon um 18 Uhr da ist bekommt man ein Essen für 3,50$.
3 Explore Sydney
So, wir nähern uns dem Ende. In diesem Kapitel möchte ich nur noch mal die Vielfalt von Sydney herausstellen. Auf der einen Seite ist es eine Weltmetropole mit vollen Straßen, auf der anderen Seite ist man aber in 20 min an wunderschönen Stränden oder in 1 Std. in atemberaubenden Nationalparks. Das ist das was den Charme der Stadt ausmacht. Folgende Dinge empfehle ich in der Stadt zu machen:
- Manly to Spit Walk: Ein Walk entlang des Hafens über ca. 4 Stunden. Schöne Views entschädigen die Strapazen. Tipp: Macht den Trip andersrum (Spit nach Manly) und fahrt abends mit der Fähre heim!
- Coogee to Bondi Walk: Ein walk entlang der Pazifikküste von einem wunderschönen Strand zum anderen.
- Taronga Zoo: Ein Zoo in North Sydney der mit vielen Tiervorstellungen aufwarten kann. Außerdem bietet sich durch die Skyline im Hintergrund ein spitzen Bild.
- National Parks: Wenn man ein Auto hat, sollte man auf jeden Fall ab und zu in die Nationalparks (Royal, Blue Mountains…) rund um Sydney fahren und einen Walk oder BBQ machen. Eine tolle Sache in Australien sind die öffentlichen BBQ Plätze die meistens in den Nationalparks sind und zur freien Verfügung stehen.
- City2Surf: Solltet ihr im Wintersemester in Sydney sein, meldet euch unbedingt zum City2Surf an. Das ist ein Charity Fun Run von Sydney CBD bis zum Bondi Beach. Mit 65.000 Läufern ein Riesenereignis und ein Wahnsinnsspaß. http://city2surf.sunherald.com.au/
- Botanischer Garten: Mitten in Sydney erstreckt sich der botanische Garten. Hier kann man Kakadus füttern oder einfach nur die Aussicht aufs Opernhaus und die Harbour Bridge genießen.
- The Rocks Market: Jeden Samstag und Sonntag in The Rocks. Hier bekommt man wirklich schöne Souvenirs zu einem guten Preis.
- Aquarium: Ist einfach Pflicht. So nah ist man Haien wahrscheinlich nie wieder. Ab Dezember 2006 gibt es hier auch eine neue Attraktion.
UND VIELES VIELES MEHR………
Ich könnte hier jetzt noch unzählige weitere Dinge aufführen die man machen kann. Sydney ist wie gesagt unglaublich vielseitig und es wird einem eigentlich nie langweilig, egal wie das Wetter ist. Wer noch mehr Geschichten lesen will ist herzlich auf unseren Blog www.sydney-2006.blogspot.com eingeladen. Ich hoffe, die Tipps die ich gegeben habe, helfen euch weiter. Wichtig ist vor allem, nie den Mut zu verlieren, auch wenn mal etwas nicht sofort bei ersten Mal klappt.
Erfahrungsbericht - Katja Backhaus
Erfahrungsbericht: Auslandssemester und Praktikum in Sydney
Mein Jahr in Australien ist nun seit ein paar Wochen zu Ende und ich freue mich über meine Erlebnisse schreiben zu können, weil ich denke, dass ein Auslandsjahr für jeden eine großartige Erfahrung sein kann. Darüber hinaus hatte mein Auslandsjahr zusätzlich noch die Besonderheit, dass sich an mein Studiensemester an der University of Technology Sydney gleich ein Praktikum in Richtung meines Studienfaches planmäßig anschließen sollte. So hoffe ich, euch auch einige offene Fragen bezüglich eines Praktikums in Australien beantworten zu können.
Zu meiner Person und zur Planung des Auslandsjahres
Damit ihr aber erstmal einen besseren Einblick in mein Leben gewinnen könnt, stelle ich mich einfach einmal vor. Also ich bin Katja, 23 Jahre alt und komme aus der Stadt Cottbus in Deutschland. Seit 2003 studiere ich in Dresden Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Psychologie. Ich habe nach meiner Zwischenprüfung im Juli 2005 zwei Urlaubssemester genommen, um für ein Jahr nach Australien zu gehen.
Neugierig auf ein Auslandsjahr bin ich durch einen Besuch in Australien vor zwei Jahren geworden. Ich hatte damals einen Freund besucht und meine Semesterferien genutzt, um in diesem wunderschönen Land ein Praktikum zu machen und um natürlich auch mein Englisch aufzupolieren. Durch mein Praktikum in einer Werbefirma in Sydney hatte ich damals Studentinnen und Studenten kennen gelernt, die ähnlich wie ich, später in die Branche der Werbewelt eintauchen wollten. So habe ich natürlich auch gern ihr Angebot wahrgenommen, ein paar „echte“ australische Vorlesungen mit ihnen gemeinsam zu besuchen. So habe ich einen ersten Eindruck vom Uni-Leben der Studierenden in Sydney bekommen.
Im Nachhinein war dies meiner Meinung nach der entscheidende Faktor, mich für ein Auslandsjahr in Australien zu bewerben. Leider fing dies mit der Schwierigkeit an, dass meine Heimatuniversität keine Austauschverbindung mit einer australischen Universität unterhält. So habe ich kurzerhand beschlossen, mein Auto zu verkaufen, mein Erspartes zu plündern und dank der Finanzspritze meiner Eltern mein Auslandsemester selbst zu finanzieren. Ich habe es auch mit Fördermöglichkeiten durch Stiftungen oder dem Auslandsbafög probiert, jedoch war mir der Gedanke für eine finanzielle Förderung zu spät gekommen und ich war für diese finanziellen Stützen einfach zu spät dran. Daher sollte man ein Auslandsjahr frühzeitig planen, mindestens ein Jahr im Voraus.
Das Ranke-Heinmann-Institut hat mich bei meiner Bewerbung für einen Studiengang, der mein deutsches Studium wissenschaftlich erweitern sollte, sehr gut zur Seite gestanden. Ich wurde also ein Study-Abroad-Student im Studiengang Information Management. Durch die empfohlene Mehrfach-Bewerbung an verschiedenen australischen Universitäten durch das Ranke-Heinemann Institut hatte ich zum Schluss sogar die Wahl zwischen der University of Sydney und der University of Technology Sydney. Ich entschied mich für das preiswertere Semester an der University of Technology Sydney mit dem Campus im Zentrum von Sydney in einem Wolkenkratzer! Des Weiteren war für mich auch die Ähnlichkeit dieser Universität mit meiner Heimatuniversität entscheidend, da ich einige von den australischen Scheinen an der TU Dresden anrechnen lassen wollte. So hat mich mein Auslandssemester nicht allzu sehr zeitlich zurückgeworfen. Wenn man sich also im Voraus die eigene Prüfungsordnung anschaut, kann man im Hinblick auf die ausstehenden Scheine für das Hauptstudium, wie im meinen Fall, Kurse belegen, die man sich durch ihre Ähnlichkeit zum deutschen Kurs auch anrechnen lassen kann.
Nach der Ankunft – die erste Uni-Woche
Nachdem ich also meine Zwischenprüfung erfolgreich in der Tasche hatte, bin ich kurzum einen Tag später nach Australien abgeflogen, denn das Semester 2 beginnt dort schon Ende Juli. So kurz nach der Ankunft und noch mit einem Jetlag belastet, habe ich sodann gleich die Orientation Week (die australische Einführungswoche) mitgemacht und dank der tollen Organisation für Internationale Studentinnen und Studenten waren meine ersten Uni-Tage kinderleicht. Mit einer Karte und dem Grundriss des Campus in der Hand bin ich zu meinen Vorlesungen immer pünktlich gekommen, habe Campus- und Bibliotheksführungen mitgemacht und habe mich somit gut von Anfang an eingelebt. Zum Glück ist die University of Technology Sydney eine Universität mit vielen internationalen Studentinnen und Studenten, so dass ich auch schnell Anschluss fand. Als eine persönliche Empfehlung würde ich neben dem Uni-Alltag jedem raten, sich für eine der vielfältigen sportlichen Aktivitäten einzuschreiben, denn die waren auch für mich immer eine Chance neue Mitstudentinnen und Mitstudenten kennen zu lernen, um in angenehmer und netter Gemeinschaft die vielen interessanten Aktionen am Campus wahrzunehmen. Zu meinen Aktivitäten gehörte in dem Semester nicht nur das Fechten oder Tanzen, nein ich habe mich auch für die typisch australischen Sportarten wie das Surfen und Segeln angemeldet und hatte damit eines der tollsten Erlebnisse meines Australienaufenthaltes – das Segeln vor Sydneys Opernhaus und ein echtes Känguru am Strand entlang hüpfen zu sehen!
Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten beispielsweise durch Doppelbelegung oder einigen Zugangsvoraussetzungen bestimmter Kurse war ich letztendlich auch sehr mit meinen Kursen zufrieden. Sie waren nicht nur abwechslungsreich und interaktiv, sondern haben mir auch die verschiedensten Methoden der Lehre geboten, die mir bisher von meinem deutschen Studiengang noch unbekannt waren. So zum Beispiel die Integration des Internets zum Erfahrungs- und Wissensaustausch begleitend zum Unterricht. Ich habe daher nicht wie in Dresden nur bloße Theorien vorgetragen bekommen. Vorlesungen beispielsweise zu sozialwissenschaftlichen Theorien wurde mit Stadtrundgängen, diversen Einlandungen von unterschiedlichen Autoren und interaktiven Präsentationen von Statistikern unterhaltsam und interessant gestaltet. Ich möchte keines Falls damit mein deutsches Studium kritisieren, aber ehrlich gesagt, habe ich es schon genossen, dass meine Erwartungen erfüllt wurden, das eben am anderen Ende der Welt die Dinge anders angepackt und präsentiert werden.
Wohnungssuche und soziales Kontakte knüpfen
Zu solchen Dingen gehört auch die Suche nach Wohnungen. Ich habe mein australisches Heim über das Internet gefunden. Besonders die Seite www.domain.com.au und die Onlineseite der Zeitung ‚The Sydney Morning Herold’ waren dabei sehr hilfreich. Was genau an der Wohnungssuche unterschiedlich ist, sind die Planungszeiten. In Sydney rennt man nicht schon wie in Dresden wochenlang vor dem Auszug los und sucht nach neuen Wohnungsangeboten oder Nachmietern. In Sydney passiert das alles innerhalb von zwei Wochen. Vom Anruf bis zum Einzug braucht man durchschnittlich noch nicht einmal diese Zeit, zumindest war das bei mir nicht der Fall. Das war für mich nicht nur sehr beruhigend, sondern auch praktisch. Denn wenn man sich spontan entscheiden sollte, in eine Wohnung am Strand zu ziehen – und sei es nur für die letzten Wochen in Sydney – dann konnte man sich diesen Traum schnell erfüllen, wie es ein paar meiner Freunde auch wirklich getan haben.
Ich habe in diesem Jahr in einer WG in einen Terrace-House in Redfern gewohnt und dort mit noch drei weiteren Mitbewohnern einen Garten, eine Hauskatze, ein Esszimmer und ein Wohnzimmer geteilt. Gerade das Zusammenleben mit Australiern und Europäern gehört mit zu den besten Ratschlägen, die ich euch noch mitgeben kann. Man lernt dort nicht nur das typische Leben oder Freunde zum Weggehen kennen, auch der berufliche oder universitäre Erfahrungstausch untereinander kann für das Vorankommen bei dir selbst von Vorteil sein. Bei mir persönlich bedeutete dies, dass ich schnell von freien Ferienjobs erfahren habe oder neue Leute kennen gelernt habe, die wiederum auf Reise gehen wollten und noch Reiselustige suchten. Alles in allem ist dieser interkulturelle Austausch nur von Vorteil, man lernt von anderen Ländern und Leuten und vielleicht auch noch neben Englisch eine weitere Sprache in seinem Auslandsjahr…
Nachdem ich also mein Semester mit vielen Präsentationen und Prüfungen absolviert hatte, bin ich für ein paar Tage mit Freunden nach Melbourne geflogen. Wir wollten uns nach unserem Auslandsjahr etwas entspannen, aber auch die letzten gemeinsamen Tage genießen, denn für viele stand der Abreisetermin schon vor der Tür. Melbourne ist zwar nicht gleich um die Ecke von Sydney. Ich möchte trotzdem jedem empfehlen, wenn möglich Melbourne zu erkunden, denn diese Stadt ist ganz anders als Sydney. In meinen Augen ist Melbourne europäischer, man kann viel Kunst und Kultur erleben, toll einkaufen gehen und in schmalen Gassen das australische Hobby von einem frisch aufgebrühten Kaffee mit genießen.
Praktikumssuche und australische Jobwelt
Dieser Kurzurlaub sollte aber noch nicht das Ende meines Aufenthaltes sein. Während meiner Semesterferien und den wunderschönen warmen Weihnachtsfeiertagen, habe ich mit Hilfe der „Yellow Pages“ von Australien nach Praktikumsplätzen gesucht und mich bei zahlreichen Firmen in Richtung meines Studienganges beworben. Dabei musste ich schon zwei Monate von den ersten Anschreiben im Dezember bis zum Beginn meines Praktikums im Februar einplanen. Diese Monate habe ich aber mit ein paar kleinen Jobs (u.a. Verkehrzählungen und Promotionsjobs) von Uni-Ausschreibungen oder Anzeigen auf der Website www.seek.com.au überbrückt und mein Warten hatte sich gelohnt. Ich habe dann Ende Februar 2006 zwei Praktika im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mit der Dauer von fünf Monaten begonnen. Als Hinweis kann ich hierbei also sagen, dass man Geduld aufbringen muss und auch den Mut, bei einigen Firmen einfach anzurufen und nachzuhaken. Oft habe ich Jobs verpasst, weil ich mich an die Regeln einer Online-Bewerbung gehalten habe und dann die letzte freie Position verpasst hatte, weil andere Bewerber per Telefon einfach schneller waren. Außerdem sind Australier sehr relaxt und daher dauert alles seine Zeit, nur leider hat man diese oft nicht und so sollte man sich doch ab einer gewissen Zeit per Telefon erkundigen, wie es um den Bewerbungsstand ausschaut.
Für mich waren diese Praktika eine wertvolle Erfahrung wie das Arbeitsleben der Australier so aussieht. Hinter den großen Bürofassaden mit seinen Krawatten-Angestellten begegnet einem keine steife Arbeitsatmosphäre, sondern eher ein lockeres und freundschaftliches Verhältnis. Es kommt sogar vor, dass der Chef dem Praktikanten einen Kaffee bringt!
Alles in allem sind die Australier Ausländern gegenüber aufgeschlossen, sie leben die Multikulti-Gesellschaft und halten die Augen nicht geschlossen vor eifrigen Studenten, die Arbeitserfahrungen sammeln wollen. Jedoch solltet ihr beachten, dass ein gewisses Grundwissen nicht nur an Englisch, sondern auch in eurem Studiengebiet wichtig ist. Durch den verbreiteten Bachelor-Studiengang gibt es nämlich eine Schwämme an ausgebildeten australischen Studentinnen und Studenten, die auch auf der Suche nach dem richtigen Praktikumsplatz sind und daher ist die Konkurrenz groß.
Meine Rundreiseplanung und Reisefieber
Nach dem Ende meiner Praktika habe ich mich auch bald auf die Ankunft meiner Eltern gefreut. Meine Schwester war schon früher zu mir nach Australien gereist und gemeinsam haben wir vor Ort eine Familien-Rundreise geplant. Man findet zwar auch viele vorbereitete Reisen und Routen, jedoch kann man viel Geld sparen und seine eigenen Vorstellungen realisieren, wenn man sich im Reisebüro, im Flight Centre und im Internet eigene Anregungen holt und die Reiseroute dann selbst plant. Zu unseren Zielorten gehörten Melbourne, Ayers Rock, Cairns und Brisbane sowie sämtliche dazwischen liegende Städte entlang an der Ostküste Australiens. Leider ist Australien so groß, dass einen nur das Flugzeug wirklich schnell und effektiv von einem Ort zum anderen bringt, aber preislich ist dies sehr wohl machbar. Die drei gemeinsamen Wochen zusammen mit meinen Eltern und meiner Schwester waren sehr schön, interessant und abenteuerlich und haben mir viele schöne Naturseiten Australiens aufgezeigt. Aber auch die Schattenseiten der ausgeprägten Gifttierwelt. So habe ich die Bekanntschaft mit einer zwar harmlosen aber dennoch schmerzhaften Qualle gemacht und kann sodann gleich den warnenden Finger heben – wirklich nicht in der Quallensaison baden gehen, noch nicht einmal am Wasser unachtsam entlanglaufen! Zum Glück war dies auch der erschreckendste Zwischenfall unserer Reise und meines gesamten Aufenthalts und ich kann ansonsten jedem empfehlen, sich vor seiner Rückreise in die Heimat ein paar der australischen Sehenswürdigkeiten anzusehen.
Mit dem Ende unseres gemeinsamen Urlaubs kam bei mir leider auch die traurige Gewissheit, dass mein Jahr in Australien dem Ende entgegen geht. Wenn ich zurückblicke, ist dies viel zu schnell eingetreten. Für mich war es ein schönes Jahr, erfahrungsreich, abenteuerlich und keinesfalls langweilig. Man wird durch solch ein Jahr nicht nur reifer, sondern entwickelt auch eine ganz andere Sicht auf die Dinge.
Ich habe als eine große Erfahrung für mich mitgenommen, dass es noch andere schöne Plätze weit weg von Deutschland gibt. Aber auf der anderen Seite ist für mich auch meine Heimat schöner geworden. Ich habe nämlich nicht nur viele Australier kennen gelernt, die Europa faszinierend finden, sondern ich konnte auch aktiv dazu beitragen, dass die Welt enger zusammenrückt, indem wir offen für neue Erfahrungen sind und uns gegenseitig neugierig machen. Hinzu kommt aber auch unser Mut, der uns manchmal bis zum anderen Ende der Welt führt, um vor Ort ein Land zu entdecken, von dem ich vorher nur Bilder von Kängurus und Koalas sowie vom Ayers Rock im Kopf hatte.
Erfahrungsbericht - Malka Jonas
Ankunft und erste Tage:
Für viele, und ich schließe mich ein, sind besonders die ersten Tage in einer neuen Stadt eine ziemliche Hürde. Man ist allein, kennt niemanden, kennt sich in der Stadt nicht aus, einfach so viele kleine Dinge, an die man vorher nicht denkt: Wo ist der nächste Supermarkt? Was hat wann geöffnet? Welcher Bus fährt wann wohin (besonders in Sydney ein Chaos!)
Aber auch wenn es am Anfang hart ist – keine Sorge, man lernt sehr schnell nette Leute kennen und alle sind sehr hilfsbereit, die Australier sowieso und die anderen internationalen Studenten auch, die stecken ja in derselben Situation. Gleich am 2.Tag nach meiner Ankunft fand abends das Treffen der Ranke Heinemann Regionalgruppe Sydney statt, was mir sehr geholfen hat. Ich habe dort tolle Leute kennen gelernt, mit denen ich das ganze Semester über eng befreundet war und immer noch bin. Das war eine große Stütze – besonders zu hören, dass andere Leute dieselben Anfangsprobleme hatten. Sich mit anderen darüber auszutauschen hilft am meisten.
Viele von Euch haben sicher gehört, dass der australische Akzent der absolute Horror sei – um ehrlich zu sein, das stellt das geringste Problem dar! Denn in Sydney trifft man nicht wirklich oft auf „echte“ Aussies. Generell gilt: Hier leben Leute aus allen Teilen der Welt, und man lernt schnell die verschiedensten Akzente zu verstehen (besonders asiatische!). Die Sprachhürde ist also nicht so gewaltig wie mancher vielleicht denkt.
Für die ersten Tage ist natürlich auch ein gutes Hostel wichtig, damit man sich in der neuen Umgebung wohl fühlen kann. In Sydney sind das „Wake Up!“ und das „YHA Sydney“ besonders zu empfehlen – etwas teurer als so manches kleine Hostel, dafür aber auch bedeutend sicherer und sehr sauber! Mit YHA und ISIC Karten gibt’s außerdem meistens ca. $1 Rabatt pro Nacht.
Neues Land, neue Handynummer! Erstmal schwer, den Überblick zu bekommen, aber generell ist Vodafone führend und am günstigsten. Für $30 bekommt man die Sim Prepaid Karte mit ebenfalls $30 Guthaben. Man kann die Vodafone Karten fast überall kaufen: In Convenience Stores, im Supermakrt, in Hostels, im Vodafone shop selbst. Dann gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die Karte aufzuladen wenn das Guthaben weg ist. Gut ist für Vieltelefonierer das Aufladen mit $49, denn man bekommt dafür $230 Guthaben, das einen Monat gilt, und 20 Freiminuten weltweit (bei akutem Heimweh). Lädt man mit $30 auf bekommt man diese $30 als Guthaben und 60 SMS weltweit umsonst.
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Public Transport:
Ja, das ist so eine Sache in Sydney. Als Deutscher ist es schwer sich dran zu gewöhnen, aber: Die Busse kommen NIE nach Plan. Selbst die Züge sind meistens zu spät oder zu früh dran (beides kann sehr ärgerlich sein!). Außerdem muss man dem Busfahrer winken, damit er auch anhält und einen mitnimmt. Tut man das nicht, fährt der Bus einfach an einem vorbei. Die Haltestellen haben fast nie Namen und werden daher auch nicht ausgerufen. Generell gibt es ungefähr doppelt so viele Haltestellen auf einer Strecke wie in Deutschland, daher ist es nicht wirklich schlimm, einen Stopp zu verpassen.
Achtung, nur Exchange students bekommen Rabatt auf Public Transport! Study Abroad Studenten müssen überall den vollen Preis bezahlen, was sehr aufs Geld geht. Nutzt man täglich den Bus o.ä. um beispielsweise in die Uni zu kommen, so empfiehlt sich ein Travelpass. Das ist ein Wochenticket für Bus und Bahn. Es gibt dieses Ticket in verschiedenen Farben, je nachdem wie weit man fahren muss. Wohnt man in einem inner suburb (sehr wahrscheinlich für Euch) braucht man den Red Travelpass ( $32 pro Woche ).
Nutzt man die öffentlichen Verkehrsmittel nicht ganz so regelmäßig ist ein Travelten günstiger: Das ist ein Ticket für 10 Fahrten und hat keine begrenzte Gültigkeitsdauer wie der Travelpass. Der blaue Travelten für die inner suburbs kostet $12.
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Wohnungssuche: Wo? Was? Wie?:
Generell ein guter Tipp: Nehmt Euch Zeit und zieht nicht gleich in die erstbeste Wohnung ein! Es kommen hunderte neue Studenten pro Semester nach Sydney, die Konkurrenz ist zu Semesteranfang besonders groß und das Angebot begrenzt. Man sollte sich Zeit lassen und so viele Wohnungen wie möglich anschauen, bevor man eine Entscheidung trifft.
Die Zeitung ist eine Möglichkeit, aber meiner Meinung nach nicht unbedingt die beste, denn auf eine Anzeige antworten im Durchschnitt zu Semesteranfang 50 Bewerber wie ich bei meiner eigenen Wohnungssuche erfahren habe.
Gute Alternativen sind die schwarzen Bretter der UTS (University of Technology, Towerbuilding am Broadway), und der University of Sydney.
Am sichersten sind Mietverhältnisse über Real Estate Agencies, denn dort hat man einen Vertrag und einen Beweis, dass man Kaution bezahlt hat, usw. Außerdem werden Reparaturen im Haus übernommen. Die Mehrzahl der WGs wohnt in Häusern, die von Real Estate Agencies betreut werden. Ein Tipp: Gebt kein Geld raus ohne es nicht irgendwie schriftlich festzuhalten, sonst seht ihr im schlimmsten Fall keinen Cent wieder.
Generell wird in Australien pro Woche oder pro fortnight (14Tage) vermietet, das bedeutet man zahlt entweder jede Woche oder alle 14 Tage Miete. Die Kündigungs-frist ist auch anders als in Deutschland: Hat man eine lease unterschrieben muss man für den vereinbarten Zeitraum bleiben (3,6 oder12 Monate) und 21 Tage vor Ablauf der lease Bescheid geben, wenn man ausziehen will (nennt sich „21 days notice“). Ansonsten gilt: Man kann eigentlich immer ausziehen wenn’s ganz schlimm ist. Wenn man keinen Vertrag hat kann man innerhalb kürzester Zeit gehen, und selbst mit ist es meist kein Problem, da man ja auch nur von Woche zu Woche zahlt. Generell zahlt man anfangs meistens zwei bis vier Wochen im Voraus.
Am günstigsten (und nettesten) sind natürlich WG Zimmer. Es handelt sich hier fast immer um share houses und nicht, wie in Deutschland, Wohnungen. Die Mietpreise in Sydney sind gewöhnungsbedürftig. Generell lässt sich festhalten: Man muss mit einer Wochenmiete von $120 bis $160 rechnen. Dazu kommt in den meisten Fällen alle 3 Monate eine Strom- und/oder Gasrechnung.
Man muss Glück haben, denn in Sydney werden die schlimmsten Bruchbuden zu horrenden Preisen vermietet. Besonders im CBD, dort werden share rooms in Apartment Blocks (man teilt sich also ein Zimmer mit einer fremden Person) zu den gleichen Preisen vermietet wie man in den inner suburbs für ein eigenes Zimmer zahlen würde. Diese Apartment Towers sind meistens alles andere als sauber und wenn man Pech hat steckt der Vermieter noch einen armen Studenten mit Matratze ins Wohnzimmer.
Terrace Houses sind meistens sehr schön wenn sie gepflegt sind, und meistens ist dann auch ein netter kleiner Garten hinten dran, was natürlich perfekt ist für „echt“ australische BBQs! ;-)
Die Häuser in Australien haben keine Heizsysteme, das bedeutet, wer im Winter hier ist muss sich einen „heater“ zulegen (ca.$50-$100), ansonsten friert man genauso als würde man unter freiem Himmel campen (und des wird wirklich kalt nachts, man mag es kaum glauben!).
Natürlich wird jeder erstmal nach einem möblierten Zimmer Ausschau halten, aber nicht verzweifeln, falls es da nichts Passendes gibt. Es gibt eine Menge Möglichkeiten, Möbel second hand zu kaufen (auch hier wieder am besten an den schwarzen Brettern der Unis nachschauen oder in second hand shops z.B. auf der King street in Newtown). Auch Ikea ist präsent und nicht teurer als zu Hause.
Man sollte sehr darauf achten, dass das Haus sauber ist, da man sonst schnell Besuch von ziemlich großen Kakerlaken bekommt. Das ist in Australien nicht ungewöhnlich, es gibt sie einfach überall (man glaubt es kaum aber man gewöhnt sich schnell dran!). Man kann aber eine Plage vermeiden indem man das Haus sauber hält und Fallen aufstellt. In meinem Haus habe ich in 6 Monaten nur ein einziges Mal eine Kakerlake in der Küche „getroffen“, was schon fast rekordverdächtig ist im Gegensatz zu den Wohnungen meiner Freunde und Bekannten.
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Sydney’s Suburbs:
Auch WO man wohnt ist sehr wichtig. Bitte gar nicht erst nach Redfern gehen, zu gefährlich. Chippendale und Ultimo, die beiden Stadtteile, die am nahesten am Zentrum (CBD = Central Business District) liegen, sind zwar beliebt bei Studenten, aber nachts nicht unbedingt sicher. Mehrere Bekannte von mir wurden auf dem Weg nach Hause überfallen und ausgeraubt. Auch sind die Wohnungen hier nicht unbedingt ihren Preis wert.
Andere beliebte Studentenviertel sind Glebe und Newtown, beide sehr zu empfehlen. Hier findet man viel schönere und günstigere Häuser. Außerdem gibt es alles, was man so braucht, direkt vor der Haustür. Ich selbst habe in Newtown gewohnt und es hat mir sehr gefallen – es ist zwar ein sehr „alternativer“ Stadtteil mit vielen „freaks“ aber trotzdem sehr nett, sicher und von den Leuten her sehr „jung“.
Annandale, Enmore und Leichhardt sind einen Tick weiter entfernt aber auch sehr zu empfehlen. Die Verkehrsanbindungen sind überall sehr gut.
Surry Hills ist ein Geheimtipp, denn meist sieht es nicht so schön in den Straßen aus, aber hinter den Fassaden warten die größten und schönsten Wohnungen. Leider ist es hier nachts auch nicht immer besonders sicher.
Paddington ist ein besonders schöner Stadtteil, aber hier muss man Glück haben, denn die Zahl der WGs ist eher begrenzt da es sich hier um ein reiches Viertel mit vielen wunderschönen alten (teuren!) Häusern handelt.
Kings Cross wird in jedem Stadtführer als die gefährlichste Gegend gehandelt, in Wahrheit sind aber Chippendale und Ultimo weitaus unsicherer. Zum Wohnen ist der Cross vielleicht nicht die beste Alternative, aber zum feiern allemal, und fürchten muss man sich auch nicht.
Bondi lockt natürlich mit dem berühmten und auch wirklich netten Bondi Beach, allerdings ist man dort doch sehr vom Rest der Stadt abgeschnitten und braucht 30 Minuten ins Zentrum. Viele Wohnungen dort sind sehr verwahrlost weil dort hauptsächlich Backpacker hausen, die nur ein paar Wochen bleiben und sich um den Zustand der Wohnungen nicht kümmern.
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Money matters! :
Erstmal ein genereller Hinweis: Das Leben in Sydney IST teurer. Da sind die hohen Mieten, der public transport (in Deutschland haben wir ja das gute alte Semesterticket), und auch Essen im Supermarkt ist erheblich teurer. Natürlich sind andere Dinge wie Restaurants und Medikamente sehr viel billiger. Aber man muss ja auch daran denken, dass man als study abroad Student nur für eine begrenzet Zeit dort ist und darum viele nette Dinge erleben will, und das kostet einfach sehr viel mehr Geld als unter normalen Umständen. Damit meine ich Sightseeing, Ausflüge, Shoppingtouren, aber auch alltäglichere Dinge wie das Ausgehen am Wochenende oder die vielen Pub Crawls der Student Union. Es ist unfassbar, wie schnell das Geld hier auf einmal weg ist, und oft weiß man gar nicht genau, wofür man soviel ausgegeben hat.
Eine Kreditkarte ist unbedingt erforderlich, denn normale EC Karten funktionieren hier meistens nicht (egal, ob man das Euch in der deutschen Bank versichert hat, ich hab es am eigenen Leib erfahren).
Am schlauesten ist es, ein Konto bei der Deutschen Bank zu eröffnen. Die Deutsche Bank hat eine Partnerbank in OZ, die Westpac, die es an JEDER Straßenecke in den Großstädten gibt. Mit einer EC-Karte der Deutschen Bank kann man dort vollkommen umsonst Geld abheben und erspart sich so viele lästige Transfergebühren. Aber Vorsicht: Man sollte vorher abklären, dass der Rahmen in dem man wöchentlich Geld abheben kann, vergrößert wird, ansonsten hat man nämlich ein Limit von $500 in der Woche, und grad am Anfang wenn man Kaution usw. zahlen muss reicht das einfach nicht.
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UNI LIFE
Das Studium in Sydney hat mir sehr gut gefallen. Ich habe 3 Fächer belegt und war sehr zufrieden. Das System ist grundverschieden von dem deutschen, man braucht ein bisschen, um sich einzufinden. Aber zum Glück sind alle Uni Angestellten sehr nett und hilfsbereit. Die International Office hilft einem einfach bei jedem Problem. Generell ist der Umgangston sehr locker und personlich.
Und grad am Anfang wird man mit unzähligen Broschüren bombadiert – damit auch nichts schief gehen kann.
In Australien ist der Zeitaufwand, den die Uni in Anspruch nimmt (besonders gegen Ende der Vorlesungszeit) viel höher als in Deutschland. Alle Arbeiten und Klausuren finden in den letzten Wochen der Vorlesungszeit statt, manche noch bis 2 Wochen danach. Das bedeutet all die Arbeit, die man sonst in den Ferien hat, kommt plötzlich in 2 Wochen! Ganz schön stressig!
Zum Glück ist der Anspruch nicht wirklich hoch. Ich kenne Leute aus allen Fachbereichen und jeder hat dies bestätigt. Was wirklich schlaucht ist der Arbeitsaufwand. Ich musste jede Woche pro Fach 30 Seiten lesen – und im Tutorium werden die Texte diskutiert und der Tutor merkt gleich, wenn man unvorbereitet ist. Denn die Teilnahme am Unterricht ist hier sehr, sehr wichtig und wird von Vornherein erwartet. Man bekommt eine Note dafür die einen ziemlich großen Teil der Gesamtnote ausmacht.
In der Orientation Week wurde uns erzählt, dass der Durchschnittsstudent in Australien mit einem „pass“ also einer 4 besteht – das hat uns natürlich allen leicht Panik gemacht. Aber keine Sorge, so schwer ist es denn doch nicht. Ich habe alle Fächer mit 1en und 2en bestanden, und das ohne Probleme.
Die UTS Sydney ist einfach überdurchschnittlich gut ausgestattet – mit allem! Da hier ja fleißig Studiengebühren gezahlt werden ist das auch kein Wunder! Es gibt ein Medical Centre, ein sehr gutes Fittnesscentre, einen kleinen Food Court und mehrere Cafés. Außerdem Kioske, einen Computerladen, ein Geschäft für Künstlerbedarf, einen Zeitschriften- und was-der-Student-so-braucht-Laden, und so weiter und so fort. In jedem Gebäude gibt es eine große Anzahl öffentlicher Computer (und die UTS hat einfach die modernste Ausstattung in diesem Bereich!).
Die Student Unions bieten sehr viele Clubs und Trips usw. an, wovon man unbedingt Gebrauch machen sollte! Es lohnt sich allemal! Es kostet fast nichts und man lernt viele nette Leute kennen! Also, auf ins australische Studentenleben!
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Krankenversicherung:
Auch dies ist ein wichtiges Thema! Die australische Uni schließt zwar automatisch eine australische Krankenversicherung für jeden international student ab (man zahlt das mit den tuition fees), aber eine Zusatzversicherung ist unbedingt erforderlich (Auslandskrankenversicherung) !!!
Ich war bei der Medibank versichert, aber da war so gut wie nichts inklusive. Von der Versicherung ausgeschlossen sind: Krankenhausaufenthalt, Medikamente unter $23 (und alles ist hier recht günstig, das bedeutet aber man bekommt nie etwas erstattet!), Zahnarzt, Optiker, und so weiter und so fort. Geht man zum Arzt muss man $50 Visitengebühr zahlen, die Medibank zahlt einem davon nur die Hälfte zurück. Geht man allerdings direkt zum Medical Care Centre der Uni of Technology Sydney muss man diese Gebühr gar nicht erst zahlen. Aber natürlich ist das nicht immer unbedingt möglich. Hier sei also gründlich im Voraus geplant!
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Job matters :
Es ist nicht wirklich schwer, in Sydney Arbeit zu finden. Bevor man etwas annimmt, muss man sich allerdings erstmal das Working Visa besorgen. Das geht im Internet (meistens haben die Uni pages einen link, ansonsten www.gov.au.) und man kann das Label für den Pass nach 48 Stunden in der Immigration Office neben der Central Station abholen. Ausserdem braucht man eine Tax File Number (kurz: TFN). Auch diese kann man im Internet beantragen (homepage der Australian Taxation Office) und nach ca. 1 Woche hat man sie im Briefkasten. Dies ist besonders wichtig, denn in Australien zahlt JEDER Steuern, auch Aushilfen, und ohne TFN werden 50% des Lohnes als Steuer ein behalten (und diese Steuern kann man nicht zurückfordern!). Ansonsten sind es ca. 9%, und diese kann man nach Ablauf des Visa zurückfordern (und man bekommt es als Student auch, als Backpacker ist das um einiges schwieriger). Dann gibt es noch die Superannuation Fee, die man aber erst am Jahresende zurückbekommen kann, es kann sich aber unter Umständen lohnen, sich den Aufwand zu machen. Alle Steuern können nur auf australische Bankkonten zurückerstattet werden.
Wie gesagt, Arbeit finden ist nicht besonders schwer. Aber es kommt natürlich auch immer darauf an, was man machen will und wie die Ansprüche so sind. Viele Arbeitgeber achten auch sehr aufs Englisch, und da viele britische Backpacker unterwegs sind ist die Konkurrenz von der Seite groß. Vielleicht ist es daher besser, erstmal zwei oder drei Monate abzuwarten bis man auf Jobsuche geht, damit man sich sicher sein kann, dass man keine Sprachhürden mehr überwinden muss.
Während der Semesterzeit erlaubt das Visum 20 Stunden Arbeit die Woche, es gibt keine Begrenzung wie viel man verdienen darf. Sobald man seine Kurse beendet hat (inklusive Prüfungen etc.) kann man jedoch so viel arbeiten wie man möchte.
Man kann auf Aushilfsbasis arbeiten (Casual), part time (20Stunden) oder full time (40 Stunden, was aber nur in den Ferien in Frage kommt).
Ich selbst habe in einem Restaurant als Kellnerin gearbeitet. Meistens wird in gewissen Gegenden überdurchschnittlich gut bezahlt. Ich habe auf der King Street in Newtown gearbeitet, was eine beliebte und „coole“ Gegend ist, und ich bekam dort unter der Woche $16,80, samstags $21 und sonntags $26 die Stunde. Man sollte sich nicht ausbeuten lassen und für weniger als $13 die Stunde arbeiten, denn es gibt genug gut bezahlte Jobs. Also lieber mehr Zeit ins Probearbeiten und Suchen investieren. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Aushilfen (Casuals) um die $15/Stunde bekommen sollen, und am Wochenende und an Feiertagen gibt es gesetzliche Zuschläge.
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Last but not least…
Ich hoffe, ich konnte Euch mit meinem Bericht ein wenig weiterhelfen!
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ein Auslandssemester in Australien sich wirklich lohnt – auch wenn man so unsagbar viel Studiengebühren zahlen muss, was vielen sehr „weh tut“!
Es war die bisher beste Zeit meines Lebens! Ich habe so viele neue, tolle Menschen getroffen, neue Dinge gelernt und die schönsten Orte gesehen, und unzählige wertvolle Erfahrungen gesammelt – ja, es macht schon traurig, dass man wieder gehen muss. Ich habe mich erstmal entschlossen, meinen Aufenthalt um 3 Monate zu verlängern und reisen zu gehen! Denn man darf wirklich nicht gehen, ohne die vielen atemberaubenden Orte in diesem Land gesehen zu haben – und davon gibt es eine Menge!
Der Aufenthalt wird Euch verändern, aber nur positiv, denn ihr werdet mit vielen schönen und wertvollen Erinnerungen zurückkehren – jeder Tag hier öffnet einem die Augen etwas mehr, auch der eigenen Kultur und dem Leben zu Hause gegenüber.
Ich wünsche allen, die sich entschließen, diesen Schritt zu machen ALLES ALLES GUTE und eine wundervolle Zeit! Ihr werdet es sicher nicht bereuen!
Erfahrungsbericht - Sascha Hertel
One semester at the UTS in Sydney
Ein mühsamer Weg, der lohnt. Das trifft sicherlich auf die Vorbereitungsphase für ein Auslandssemester in Australien zu.
Abschreckend sind anfangs erstmal all die unzähligen Dokumente, die man braucht, um die Formalitäten für einen Auslandsaufenthalt zu bewältigen.
Ich hatte z.B. eine To-do-Liste mit dem ersten Punkt "Bafög beantragen", der sich selbst wieder in eine unzählige To-Do-Liste aufsplittete, da man allein hierfür fast genausoviele Dokumente braucht wie für den Auslandssemesterantrag selbst.
Parallel zum Bafög-Blätter-Ausfüllen und hinter all dem Studien-und Schulbescheinigungen von den Geschwistern Herrennen musste natürlich auch noch ein Termin für einen Sprachtest gemacht werden, der Voraussetzung für ein Auslandssemester in Australien ist. Termin bekommen! Yes! Jetzt sollte man natürlich auch noch anfangen, sein altes Schulenglisch aufzufrischen. Wenn man den Sprachtest nicht besteht, muss man mindestens 30 Tagen warten bis man ihn wiederholen kann. Ich konnte mir das damals aber nicht erlauben, weil ich ziemlich spät dran war (Also merken: Es ist kein Fehler, ein Jahr vorher mit Vorbereitungen anzufangen!).
Was als nächstes? Oh! Ein Brief vom Bafögamt ist zurückgekommen. "Bitte schicken Sie noch folgende Unterlagen bis spätestens 03.12.2004". Cool, schon wieder eine To-do-Liste mehr. Ich hab mich auch parallel für eine Wohnung im Wohnheim in Sydney beworben und sogar eine Zusage bekommen. Doch 180AU$ pro Woche fand ich dann doch etwas zu viel und so hab ich beschlossen, mir vor Ort was zu besorgen, dazu aber später mehr. Apropos Sydney: Natürlich muss während den ganzen Vorbereitungen auch gründlich recherchiert werden, in welche Stadt man denn will und welche Uni dort gut ist. Freunde fragen oder im Internet Testberichte lesen (z.B. www.ciao.de) kann da schon Einfluss auf die Waagschale haben. Bei mir war es so, dass Sydney mein persönlicher Erstwunsch war. Hab mich aber auch noch für eine Uni in Melbourne und eine in Brisbane beworben und alle Bewerbungen an Ranke-Heinemann geschickt, die diese dann an die entsprechenden Universitäten weitergeleitet haben. Auch bei allen Fragen, die ich hatte bzgl. einem Auslandssemester in Australien, kam immer sehr schnell eine Antwort zurück. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für die Unterstützung. Da die erste Zusage von der University of Technology, Sydney kam, war für mich schon klar, dass ich dass nächste halbe Jahr dort verbringen werde. Die Confirmation of Enrolment (COE) in der Hand zu halten ist schon ein echt cooles Gefühl! ;)
Aber COE ohne Sprachtest bringt einem natürlich nichts. Zum Glück war der IELTS-Test machbar (ich hatte 7,5 von 9 Punkten...und dass ohne grossartig zu lernen. Was natürlich nicht heissen soll, dass der Test ein Zuckerschlecken ist. Ein Übungsbuch sollte man sich schon davor besorgen!).
Gut, ich hatte eine Zusage von der Uni, ich hatte den Sprachtest. Nun konnte ich auch mein Visum online beantragen. Dieses kam dann auch relativ schnell (innerhalb von 2 Wochen).
Jetzt musste ich nur noch die Studiengebühren und den Flug bezahlen. Leichter gesagt als getan... ich hatte ja noch immer keine definitive Zusage vom Bafögamt. Und selbst wenn, dann muss man erstmal die Studiengebühren (bei mir ca. 4600 Euro) und den Flug (ca. 1200 €) vorstrecken. Wenn man dann keine reichen Eltern oder nicht das entsprechende Kleingeld hat, ist das erst einmal ein Problem. Das muss jeder für sich regeln denke ich (Tipp: Ein Bildungskredit hat einen sehr guten Zinssatz!). Die Logik versteh ich bis heut noch nicht: Der Staat will Studenten finanziell mit Bafög unterstützen und dennoch muss man alles erst mal selber vorstrecken. Gab auch Diskussionen im Ranke-Heinemann-Forum darüber. Aber das ist ein anderes Thema.
So, nach langem Warten kam irgendwann das Bafög (wenn auch zu spät meiner Meinung nach), ich besorgte mir einen Flug und hatte mein Visum.
Nun musste ich nur noch meine Klausuren in Deutschland hinter mich bringen. Da diese relativ spät waren, hab ich leider die Einführungswoche an der UTS verpasst, was meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig ist, um sich dort zurechtzufinden, aber bestimmt ein guter Anlaufpunkt ist, um schnell Leute kennenzulernen.
Nach 23h Flug, ersten Tromboseerscheinungen (Scherz) und vier warmen Mahlzeiten bin ich dann in Sydney gelandet und konnte die ersten Tage bei einem deutschen Pärchen übernachten, das ich schon vorher aus Deutschalnd kannte.
Das erste, was ich am ersten Tag machte, war mir eine Vodafone-SIM-Card zu besorgen. Danach ging es auf Wohnungssuche. Da ich wie gesagt etwas spät dran war wegen meinen Klausuren, hatte ich das Gefühl, das die besten Wohnungen schon vergriffen waren und nur noch sehr teure Wohnungen in Uni-Nähe übrig waren. Bekam teilweise richtig üble "Löcher" (halbe Baustellen) für 150AU$ pro Woche angeboten.
Hab am Ende dann eine Wohnung für 120AU$ in Bondi Beach genommen und hab es im nachhinein auch nicht bereut. Wann sonst kann man sagen, dass man ein halbes Jahr am Strand gewohnt hat??! ;) Natürlich braucht man etwas länger, um in die Uni zu kommen, aber das hab ich gern in Kauf genommen, da ich nur 10min zu Fuss brauchte, um surfen zu gehen.
Ich denke jedes Viertel hat so seinen ganz eigenen Reiz (naja, fast jedes). Sehr empfehlen kann ich persönlich Bondi, Glebe oder auch Darlinghurst. Sehr gemütliche Kneipen und Märkte gibt es dort.
Am ersten Unitag bekam ich dann mit 2 anderen Studenten, die ebenfalls etwas später ankamen, eine spezielle Führung durch die UTS, was sehr beeindruckend war: Eine sehr moderne Universität mit unzähligen Cafes und auch Swimmingpools. ;)
Man hat während den ersten Wochen noch die Möglichkeit, seine gewählten Fächer zu ändern, wenn man will. Ich hab mich dann drei Wochen lang in 5 Vorlesungen gesetzt, bis ich mich endlich entschieden habe. ;) Habe dann 2 Vorlesungen getauscht. War auch gar kein Problem.
Auch an das Englisch während der Vorlesung gewöhnt man sich recht schnell, obwohl es anfangs noch ein etwas komisches Gefühl ist, und man des öfteren Wörter nachschlagen will.
Zu Sydney kann ich nur sagen: Eine super geniale und sehr schöne Stadt mit vielen Facetten. Sydney ist wirklich ein Melting Pot. Man trifft hier mehr internationale Menschen als Australier. Und sehr, sehr viele Asiaten. ;) Essenstechnisch findet man daher auch so ziemlich alles, was das Herz, oder viel mehr der Magen begehrt. Hier scheint Toleranz gross geschrieben zu werden. Auch was Homosexualität angeht. Leben und leben lassen ist hier da Motto. Die Menschen hier sehr interessiert an anderen Kulturen und man wird teilweise regelrecht ausgequetscht, wie es denn in Deutschland ist, wie die Frauen dort sind, wie das Essen, ... ;) Nebenbei kennt irgendwie jeder Australier irgendjemanden in Deutschland oder hat Vorfahren von dort.
Was die Landschaft angeht: in Bondi Beach, wo ich wohnte, hat man das Gefühl in einem kleinen Urlaubsort zu wohnen, wo jeder 2. mit einem Surfboard an dir vorbeischlendert und man von vielen Cafes aus einen Blick auf den Pazifik hat. Dann wiederrum fährt man 40 Minuten mit Zug und Bus und hat eine riesige Großstadt mit beeindruckenden Bauwerken wie der Harbour Bridge oder dem Opera House vor der Haustür. Sucht man Abenteuer im Urwald, dann braucht es keine 2h mit dem Zug unhd man kann eine ein-oder zweitägige Wanderung durch die Blue Mountains oder durch den Royal Nationalpark machen.
Habe das ganze Semester hier wirklich sehr genossen und viele nette Leute kennengelernt. Könnte mir gut vorstellen, noch ein weiteres Semester hier zu studieren, aber ich muss Ende August schon wieder zurück. Ab morgen verlass ich Sydney und reise für die restlichen Wochen die Ostküste hoch...und das im Linksverkehr! ;)
...Ein mühsamer Weg, der lohnt.
Sascha Hertel
Erfahrungsbericht - Henning Kammann
Australien, Neuseeland, China, Japan, Indien, Korea, Indonesien, Malaysia, Thailand, Vietnam, Taiwan, Singapur, Philippinen, Saudi Arabien, Jordanien, Dubai, Katar, Oman, Südafrika, Brasilien, Argentinien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Venezuela, Ecuador, USA, Kanada, Spanien, Italien, Frankreich, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Polen, Türkei, Tschechien, Österreich, Schweiz, Holland, England, Wales, Schottland, Irland…aus all diesen Länder kenne ich Menschen von denen viele mir gute Freunde geworden sind, und von denen ich einige garantiert wieder treffen werde. Wieder zu Hause ist es einfacher, die Länder auf zu zählen, aus denen man keine Menschen getroffen hat, obwohl in Sydney eigentlich jede Nation vertreten ist, und man all jene auch treffen kann. Diese kulturelle Vielfalt und Offenheit fremden Menschen gegenüber ist in meinen Augen das Schönste an Sydney, abgerundet mit den schönsten Stränden, dem schönsten Hafen und dem fast subtropischen Klima lässt es sich dort vorzüglich leben.
„Man soll halt aufhören, wenn es am schönsten ist.“
Mit dieser Weisheit versuchte ich mir dann am 15.08.2005 auf dem Flughafen Sydney den Abschied selbst ein wenig leichter zu gestalten. Gehört doch das zu diesem Zeitpunkt zurückliegende halbe Jahr zu einer der nachhaltigsten und erlebnisreichsten Erfahrungen in meinem 24-jährigen Leben.
Doch von Anfang an:
Ich studiere seit Oktober 2001 BWL an der CvO Uni in Oldenburg und habe schnell erkannt, dass ein Abschluss in diesem Bereich bessere Chancen auf Erfolg bietet, wenn man das Studium wie einen kahlen Christbaum betrachtet, noch ein wenig geschmückt werden will.
Viele Absolventen aus meinem Fachbereich erzählten mir, dass Englisch bei einem Vorstellungsgespräch nicht als Fremdsprache aber als Selbstverständlichkeit gilt.
Der Entschluss diesen Schritt ins Ausland zu gehen stand also früh fest.
Die Frage nach dem Land konnte ich binnen einer Sekunde beantworten: Australien. Die Chance dieses Land studierend kennen zu lernen ergibt sich wahrscheinlich nur einmal im Leben, und da mir Großbritannien zu nah, Kanada zu kalt, Südafrika (noch) zu instabil sind und die USA sich zur Zeit nicht meinen politischen Ansichten überschneiden, fiel mir die Entscheidung noch leichter.
Den Zeitpunkt und die Art des Auslandsaufenthaltes sollten nun als nächstes reiflich überlegt werden, denn leider studiere ich einen Diplom- und keinen Bachelor/Master-Studiengang, bei dem man nach dem Bachelor Degree „auf freiem Fuß“ ist und sich sein Studium wie eine Art Puzzle selber zusammenbasteln kann. Also entschied ich mich für ein Postgraduate Semester im Study Abroad Programm der University of Technology in Sydney (UTS). Vorraussetzung hierfür ist allerdings ebenfalls ein Bachelor Degree. Hier ergaben sich für mich bereits erste Hürden, die es zu meistern galt, da die Studiensysteme in Australien doch ein wenig von denen mir geläufigen deutschen Abläufen abweichen.
Die Tatasache, das ich als sog. „Freemover“ unterwegs war, d.h., ich nahm an keinem Austauschprogramm teil, machte die Sache noch ein wenig zeit- und arbeitsintensiver.
Die UTS in Sydney verlangt für ein Studium von Postgraduate Kursen ein bisheriges Studium an einer anderen Uni von mindesten drei Jahren oder sechs Semestern. Hinzu kommen die Übersetzungen der bislang erbrachten Leistungen in einem offiziellen „Study Transcript“, bei dessen Anfertigung und Absegnung Euch der Professor eures Vertrauens und natürlich die netten und kompetenten Fachkräfte von Ranke-Heinemann, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen, behilflich sind.
Die nächsten Schritte bestanden aus einer Menge organisatorischer Arbeit, beginnend mit der Wahl der Kurse in Australien, die Ihr ebenfalls mit Euren hiesigen Professoren absprechen solltet, um den anschließenden Credit Transfer zu erleichtern.
Um meine Chancen auf Annahme zu erhöhen, bewarb ich mich parallel an vier Unis, die jedoch jeweils mit AU$ 100-150 Gebühren zu buche schlagen. Wenn Euer Notenschnitt sich aber bei 2.0 oder unterhalb bewegt, solltet Ihr auch mit einer Bewerbung gut bedient sein.
Ich konnte mir im Dezember 2004 aber dann aussuchen, ob ich QUT in Brisbane, an der Macquarie Uni in Sydney oder an der UTS studiere. Ich habe mich für die UTS entschieden, da ich die Lage (mitten in Sydney – 5 Minuten zu Fuß zum Darling Harbour) und das Kursangebot für meine Zwecke als ideal empfand.
Nun wurde es schleunigst Zeit, einen Flug zu buchen, da diese im Februar wirklich sehr beliebt und deshalb schwer zu bekommen sind. Seid Ihr Euch also im Klaren über die Stadt, solltet Ihr Euch sputen einen Flug zu bekommen.
Auch empfiehlt es sich schon mal eine Übergangsbehausung über das Internet zu organisieren. Die Homepage Eurer Uni ist hier sicherlich sehr hilfreich und vermittelt auch günstige Apartments und WG´s, aber auch Unterkünfte in universitätseigenen und günstigen Wohnheimen, die allerdings auch früh reserviert werden wollen, da ebenfalls sehr beliebt.
Ich habe mich nach reiflicher Überlegung für die Unilodge in Sydney entschieden. Ein privat geführtes Wohnheim für Studenten in zentraler Lage am Broadway zwischen der UTS und der University of Sydney (beide sind binnen fünf Minuten zu Fuß zu erreichen). Im Nachhinein muss ich allerdings sagen, dass viele Studenten dort nicht länger als ein Semester bleiben, da es erstens sehr teuer ist und zweitens recht anonym ist, da man in Einzelzimmern wohnt. Eine WG ist meiner Meinung nach der beste Weg in Sydney unter zu kommen. Nehmt Euch Zeit, sucht Euch ein paar coole Leute in der Orientierungswoche der Uni und begebt Euch auf die Suche. Für ca. AU$150/Woche inklusive Nebenkosten findet Ihr richtig attraktive, möblierte Wohnungen in allen Stadtteilen Sydneys, die Dank guter Bus und Bahnverbindungen bequem zu erreichen sind. Ich empfehle allerdings nicht mit Deutschen zusammen zu ziehen, da Ihr dort ja Englisch sprechen wollt. Außerdem gehört der kulturelle Austausch mit Menschen aus aller Welt zu einem Auslandsstudium wie das Känguru zu Australien.
Der nächste Schritt drehte sich dann um die Finanzierung und allgemein das „liebe Geld“.
Informiert Euch pünktlich um Anträge auf Auslandsbafög, das allerdings anderen Maßstäben unterliegt als das heimische Bafög. Eventuell werden sogar die Flüge übernommen. Näheres findet Ihr auf der Homepage des Studentenwerks Marburg.
Die Studiengebühren ließen meinen Vater zunächst die Stirn runzeln, jedoch waren auch meine Eltern von Anfang von meinem Entschluss begeistert und wer A sagt muss bekanntlich auch B sagen.
Für die hornenden Gebühren (Krankenversicherung ist inklusive) sitzt man dann aber auch in wohl klimatisierten Räumen mit höchsten 25 Leuten und bekommt eine Ausbildung, von denen einige deutsche Unis (aufgrund von finanziellen Nöten) nur Träumen können. Sogar Kaffee und Tee sind gratis.
An all jene, die im Besitz eines Stipendiums sind…herzlichen Glückwunsch. Für Euch gibt’s dies dann (fast) komplett zum Nulltarif.
Das Zahlungsmittel Nummer eins in Australien ist neben Bargeld die Kreditkarte. Ich hatte eine VISA Karte im Gepäck, ohne die einige Dinge (Inlandsflug, Hotel, Mietwagen, etc.) schwer zu finanzieren wären. Es gibt in Deutschland und Australien aber sehr günstige Modelle, bei denen Ihr lediglich 9% Zinsen zahlt und Euch keine Grundgebühren auferlegt werden. Ansonsten empfehle ich Euch bei Eurer Bank zu fragen, ob es eine Zusammenarbeit mit australischen Bankinstituten gibt. Ich habe beispielsweise ein Konto bei der Deutschen Bank eingerichtet und konnte in Australien bei der Westpac Bank gebührenfrei Geld abheben, im Gegensatz zu €4,50 Gebühr bei anderen Instituten.
Als nächstes war dann das Visum an der Reihe. Der Prozess ist erstaunlich zeit- und kraft sparend, da alles über die Homepage des auswärtigen Amtes abgewickelt wird. Hilfe hierbei erhaltet Ihr ebenfalls von Ranke-Heinemann.
Besorgt Euch am Besten gleich ein Visum mit Arbeitserlaubnis. Studentenjobs gibt es in Sydney wie Sand am Bondi Beach und ein paar Dollars extra schaden nie.
Den Flug über Wien und Kuala Lumpur habe ich mit diversen Büchern über Sydney und Australien sowie mit Hilfe meines GameBoy sehr gut nutzen können und hatte so schon einmal einen ersten Überblick über Land und Leute. Mit Zeitverschiebung war ich nach 30 Stunden in Sydney, würde im Nachhinein aber auch 60 Stunden fliegen, da mich bereits der erste Atemzug außerhalb des Flughafens aus meinen Wintersocken gehauen hatte. Nur zur Erinnerung. Im Februar ist dort noch Sommer. Palmen, blauer Himmel und angenehme 30 Grad machten mir die Ankunft sehr leicht (und vielleicht die erste Zigarette).
Man möchte am liebsten im Besitz von mindestens zehn Sinnen sein, um alles „aufsaugen“ zu können, was um einen herum geschieht.
Nach 15 Minuten Taxifahrt für umgerechnet €12 betrat ich mein Wohnheim und wurde direkt von freundlichen Mitbewohnern darauf hingewiesen, dass man dem Jetlag erst einmal mit einem Glas vorzüglichem australischem Rotwein oder einem kalten VB bzw. Tooheys begegnet. Mein Koffer war also noch zu und ich befand mich bereits mit mir (noch) wildfremden Leuten auf dem Weg nach Kings Cross, dem Kneipen- und Vergnügungsviertel in Sydneys Osten.
Man trifft eben viele „partytwillige“ Menschen aus aller Welt dort und das Nachtleben könnte man in Sydney zwei Jahre mitmachen, ohne in einen Club, Kneipe oder Bar zweimal gewesen zu sein.
Auch die Gewohnheiten der Aussies nach Feierabend sagten mir sehr zu. Kaltes Bier, den Grill an und Sport im Fernsehen schauen. Es dauerte auch nicht lange und ich war Feuer und Flamme für „Footy“, bei uns als Rugby (un)bekannt. Ohnehin sind die Australier ein sehr bewegungsfreudiges Land und bieten daher für jeden Geschmack ein umfangreiches sportliches Angebot in unmittelbarer Nähe, vor allem natürlich im, am und auf dem Wasser. Nur zum Ski- und Snowboard fahren muss man etwas weiter reisen, aber sogar das gibt es in Australien.
Sport und Bewegung sind auch nötig, da Sydney keine traditionelle Küche besitzt, dafür aber an jeder Ecke mit Fastfood Restaurants aus aller Welt aufwatet. Die Preise sind ebenfalls erfreulich erschwinglich und haben mich meine Wohnheimküche anfangs nur vom „Hörn-Sagen“ kennen lernen lassen. Hin und wieder wurde dann auch mal ein gemeinsames Mahl gekocht, für dessen Zubereitung die zahlreichen Super- und Wochenmärkte eine vorzügliche Auswahl bieten und sich preislich in dem aus Deutschland bekannten Segment bewegen. Und jawohl...in Sydney gibt es ALDI!
„What the Hell is Homesickness? “hieß es also für mich. Von Heimweh nicht die Spur eines Anflugs. Es sind halt irgendwie alle Menschen fremd und gleichzeitig zu Hause in Sydney. Gerade das macht die Leute so aufgeschlossen und freundlich. Allerdings haben die Aussies einen eigenen Dialekt und Slang, den man aber sehr schnell draufhat und bei Bedarf auch gerne von Einheimischen erklärt bekommt. Ansonsten ist man in Sydney immer von einem kunterbunten Kauderwelsch und Sprach-Wirrwarr umgeben. Deshalb nur Mut. Keiner blamiert sich dort, sollte die Bestellung im Restaurant oder die Frage nach dem Busticket einmal nicht einwandfrei rüberkommen. Ich kann Euch außerdem jetzt schon versichern, dass Ihr alle bereits zu diesem Zeitpunkt besser Englisch sprecht als 95% der Taxifahrer in Sydney. Teilweise werdet Ihr Euch in Geduld üben müssen und den Fahrern den Weg auch schon mal selber erklären müssen.
Sollte man dann doch mal das Gefühl haben zu Hause anrufen zu müssen, gibt es in Australien überraschend günstige Festnetztarife. Ich habe für eine Minute nach Deutschland lediglich umgerechnet €0,018 bezahlt („matecard“). Auch sind PrePaid Handys sehr günstig zu bekommen. Richtet Euch am besten nach dem Anbieter Eurer Freunde/Mitbewohner, damit untereinander günstigeres Telefonieren möglich ist. DSL ist ebenfalls verhältnismäßig günstig (Optus, Telstra, Bigpond, Dodo,etc.).
Nach all der aufgekommenen Euphorie habe ich mich in Sydney im Laufe des Semesters dann auch noch nie so ausgiebig auf den guten alten Hosenboden bequemen müssen, um allen Assignments (Studienleistungen) gerecht zu werden. Wenn Ihr vier Kurse pro Semester belegt, rechnet mit vier mal vier Assignments (Gruppenhausarbeit, Individuelle Hausarbeit, Präsentation und Klausur).
Die Bibliothek an der UTS erwies sich aber als sehr gut sortiert und übersichtlich, so wie man es sich in Deutschland vielerorts wünscht. Generell bewegte sich der unterrichtete Stoff immer sehr nahe an der Praxis. Meine Fächer waren Sport Management, Advanced Marketing Management, Marketing Concepts and Applications, sowie Change Management, die ich allen sehr empfehlen kann. Man lernt eine Menge und der Inhalt wird klar und deutlich vermittelt. Weiterhin herrscht keine Anonymität zwischen Studenten und Lehrern, die auch immer ein offenes Ohr für Euch haben und Euch so gut es geht unterstützen. Ein Laptop ist schon fast obligatorisch, und auch ein Wörterbuch sollte installiert bzw. in der Tasche sein, da man hin und wieder auf Fachbegriffe stößt, die man noch nie gehört hat.
Für die Klausuren könnt Ihr Euch „spezial conditions“ einräumen lassen, d.h., Ihr bekommt 10 bis 15 Minuten mehr Zeit und dürft Euch eines Wörterbuches bedienen. Ich allerdings habe davon keinen Gebrauch gemacht, da es kein internationaler Student gemacht hat. Hab´s im Nachhinein auch nicht gebraucht. Nur keine Angst. Für einen Ausdrucks- oder Grammatikfehler wird Euch nicht der Kopf abgerissen. Aus diesem Grund kann ich Euch auch die rege Beteiligung am Unterricht sehr empfehlen, da der Unterricht dort sehr lebendig ist und von der Diskussion getragen wird.
So ging das Semester ins Land und ehe ich mich versah, war es auch schon wieder vorbei.
Um den Aufenthalt in Australien abzurunden habe ich noch vier Wochen im Campervan zugebracht und bin mit meiner Freundin 5500km die Ostküste rauf und runter gefahren. Wenn Ihr vorhabt, das ganze Land zu bereisen nehmt Ihr Euch am besten drei Jahre Zeit, aber ich bin davon überzeugt selbst dann bleiben immer noch ein paar wunderschöne Strände, die Ihr immer noch nicht gesehen habt. Die Ferien zwischen Sommer- und Wintersemester sind angenehm lang und bieten Zeit sowie gutes Wetter zum Backpacken oder Campen…und keine Angst vor wilden Tieren. Lediglich die Quallen sind immer Sommer gefährlich. Warnschilder stehen in Australien nicht zum Spaß oder als beliebtes Fotomotiv. Es gibt an beliebten Stränden aber vielerorts Netze im Wasser, um sich der Quallen und Haie zu erwehren. Ansonsten werden mehr Menschen durch herabfallende Kokosnüsse verletzt, als durch Schlangen und Spinnen.
Leider war ich im Wintersemester dort, hatte aber dennoch Zeit für die Reise, da ich ja nur ein Semester studiert habe. Ansonsten hätte es nach drei bis vier Wochen schon wieder geheißen: „Ab in die Uni!“.
Ich will Euch nun nicht alles vorwegnehmen, schließlich sollt Ihr Eure eigenen Erfahrungen machen. Nur noch eines. Sollte ich noch einmal nach Australien gehen, dann im Sommersemester, da dann das Wetter absolute spitze für den Strand ist, und davon hat Australien bekanntermaßen genug. Von Juni bis August kann es in Sydney mitunter auch ganz schön kühl werden.
Ich könnte noch ewig so fortfahren…aber seht am besten selbst.
Eines noch zum Abschluss. Behaltet das Gewicht Eures Gepäcks im Auge. Ich hatte zum Schluss 33kg Übergewicht. Davon allein drei auf den Hüften, was am Flughafen glücklicherweise nicht berechnet wird. Da ich mich zwar von Handtüchern, Bettwäsche, und Socken trennen konnte, jedoch in diversen Surf- und Souvenirshops so gnadenlos zugelangt habe, musste ich ein Paket schnüren und auf den Seeweg (weil günstiger) Richtung Deutschland schicken, welches aber drei Monate auf Reisen sein wird.
Glücklicherweise brauchte ich für das Übergewicht an neuen Freunden, einmaligen Erinnerungen und unglaublichen Eindrücken keine Extragebühr bezahlen.
P.S.:
Auch habe ich während meines Auslandssemesters eine Homepage gebastelt.
Wird demnächst mal aktualisiert.
Schaut rein, wenn Ihr ein paar Fotos sehen wollt:
www.krazykraut.de … den Namen habe ich einem japanischen Kommilitonen zu verdanken.
„There he goes again the crazy kraut!”
Viel Spaß in Down Under
Cheers..and “No Worries”
Henning
Erfahrungsbericht - Karin Rothgänger
Mittlerweile habt ihr wahrscheinlich schon einige Erfahrungsberichte gelesen und seit bis oben hin voll gestopft mit Informationen rund um Krankenversicherung, Handykarte, die Kooperation zwischen der Deutschen Bank und der Westpac und, und, und. Damit ihr diese Informationen nicht alle noch einmal lesen müsst, habe ich meinen Erfahrungsbericht ein bisschen anders aufgebaut. Ich schreibe hier auf, wie ich mich bei der ganzen Sache gefühlt habe und versuche ein paar der Kleinigkeiten, die mir ganz besonders in Erinnerung geblieben sind, zu erzählen. Los geht’s:
Empfangen hat mich am 14. Juli 2004 um sechs Uhr in der Früh ein strahlend blauer Himmel in Sydney. Der hat mich für den Moment alles vergessen lassen. Den tränenreichen Abschied von meiner Familie und meinen Freunden am Frankfurter Flughafen, die unendliche Müdigkeit nach 40 Stunden auf den Beinen und die Unsicherheit, was in den kommenden sieben Monaten in Australien vor mir liegen wird.
Fange ich mal von vorne an. Ich studiere Kommunikationswissenschaft an der Uni Münster und wollte vor meiner Examensarbeit Motivation tanken, meine Englischkenntnisse verbessern, ein anderes Studiensystem kennen lernen und einfach mal raus kommen. Schon lange hat der Gedanke in mir gebrodelt und ca. ein dreiviertel Jahr vorher wurde es konkret. Nach dem TOEFL-Test in Frankfurt habe ich mich über Ranke-Heinemann an drei Unis in Sydney beworben. Ich habe Auslandsbafög beantragt, mir meine Scheine beglaubigen lassen, Bewerbungsformulare ausgefüllt und so weiter.
Im Mai hatte ich die Zusagen aller drei Unis und stand vor der Qual der Wahl. Letztlich habe ich mich für die University of Technology in Sydney entschieden. Über die Kontaktdatenbank von Ranke-Heinemann habe ich ein paar Studenten angemailt, die schon an der Uni studiert haben und die haben mir bereitwillig mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Insgesamt hat mir der Austausch mit Studenten, die schon in Australien waren, sehr geholfen. Alle mit denen ich persönlich gesprochen habe, hatten so ein Glänzen in den Augen, wenn sie von Ihrer Zeit in Australien berichtet haben. Genau so geht es mir jetzt auch. Auch ich habe mittlerweile schon vielen Studenten geholfen, die nach Australien gehen möchten und Reisetipps an Freunde und Bekannte – und Bekannte von Bekannten –
verteilt.
Ich denke einfach nur gerne an die Zeit zurück. Die altbekannte Frage nach dem – Und? Wie war´s? – ist nicht mit drei Sätzen zu beantworten. Es war auf jeden Fall ereignisreich. Auch wenn es nicht nur gute Zeiten gab. Meine sieben Monate in Australien haben aus Höhen und Tiefen bestanden. Das Besondere an diesen Höhen und Tiefen in der Ferne ist, dass die Höhen höher und die Tiefen tiefer sind. Ich habe Dinge erlebt, von denen ich nie dachte, dass ich sie mal erleben könnte und manchmal habe ich meine Lieben ganz schrecklich vermisst. Aber dafür gibt es E-Mail und Telefon und glücklicherweise ist der Wettbewerb auf dem australischen Telefonkartenmarkt so hart, dass ein Telefonat von Australien nach Deutschland günstiger ist als ein Ortsgespräch in Münster mit der Deutschen Telekom. Das ist unglaublich, aber es ist wirklich so. Ich musste mich nur ein wenig daran gewöhnen, dass der Zeitunterschied acht (Sommerzeit) oder zehn Stunden (Winterzeit) beträgt. Ich hatte zehn Uhr abends, es ist stockdunkel und meine Eltern sitzen beim Mittagessen. Manchmal habe ich meine liebe Freundin Judith nach einer Party angerufen und sie hat sich grade fertig gemacht zum Ausgehen. Das war ein seltsames Gefühl.
Im Mittelpunkt meiner ersten fünf Monate in Sydney stand die Uni. Ich habe die Uni in Sydney im Gegensatz zu meiner alteingesessenen Uni in Deutschland als Dienstleistungsunternehmen erlebt. Alles war super durchorganisiert und man konnte mit allen Problemen ins International Office gehen. Ich bin angekommen, ohne eine Unterkunft zu haben. Im Housing Service der Uni wurde mir sofort geholfen. Weiter ging es mit einer Woche „Orientation Week“, bevor die Uni regulär losging. Rund 100 „Peer Networker“ (Studenten älteren Semesters) waren in knatsch-orange-farbenen T-Shirts für uns da, haben uns alles geduldig noch mal und noch mal erklärt, haben mit uns Barbie (das traditionelle australische Barbecue) gemacht, uns abends bei einem pub crawl (Kneipentour) die besten Kneipen in Sydney gezeigt und das Uni-System wieder und wieder erläutert. Da war es überhaupt kein Problem, Kontakte mit netten Studenten zu knüpfen. Ich habe Menschen aus der ganzen Welt kennen gelernt – aus den USA, Indien, China, Südkorea, Chile, Mexiko, Schweden, Frankreich und, und, und. Allerdings auch jede Menge Deutsche – Australien scheint ziemlich „in“ zu sein im Moment. Man hört hier ziemlich häufig Deutsch. Die erste Woche war total anstrengend und ich bin abends einfach wie ein Stein in mein Bett in meinem neuen WG-Zimmer gefallen und habe geschlafen wie ein Baby. Aber es war auch total aufregend, so viel Neues kennen zu lernen.
Am Anfang stand ich vor der Frage, drei oder vier Kurse für das Semester zu belegen. Ich habe keinen Abschluss gemacht, sondern ein Semester „study abroad“ studiert. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, fakultätsübergreifend zu studieren. Da ich in Deutschland eigentlich schon scheinfrei bin, habe ich auch bunt gewürfelt nach meinen eigenen Interessen studiert. Das waren letztlich drei Kurse: Fotografie I, Event Management und International Economics, da ich Deutschland noch Wirtschaft im Nebenfach studiere. Letztlich bin ich froh, dass ich nur drei Kurse gewählt habe. Da war ich vollkommen ausgelastet. Insgesamt ist der Aufwand auf jeden Fall höher als für meine deutschen Scheine gewesen. Es war aber auch etwas Neues für mich, Menschen nach groben Rahmenvorgaben zu fotografieren und selbst gestalterisch tätig zu werden. Das hat mich in ganz besonderer Weise gefordert und mir erst ein paar schlaflose Stunden (Nächte wäre zu viel gesagt) bereitet.
Was ich besonders schön fand, war das Verhältnis zu den Professoren. Das waren für mich Ian, Lisa und Gordon. Durch diese persönliche Ansprache war auch das ganze Verhältnis irgendwie persönlicher. Die Klassen waren klein und die Lehrenden kamen aus der Praxis. Ian mein lecturer für Event Management war vorher Marketing Direktor bei Quantas (die nationale Fluggesellschaft, die vielleicht auch euch nach Australien bringt) und Gordon (der von International Economics) war vorher bei der Weltbank und hatte dann noch schnell in Oxford promoviert. Die Art und Weise Unterricht zu machen, war eine andere. Ein Teil unserer Leistung für International Economics bestand beispielsweise darin, 48 Stunden zu hungern und eine Woche so günstig wie möglich zu leben. Denn es ging um globale Armut und wir mussten einen report darüber schreiben und auch unsere Erfahrungen einbringen. Das war kein Spaß und ich war noch nie so froh, wieder was zu essen zu bekommen. Keine Angst, das Projekt war gut vorbereitet, man hätte immer unterbrechen können und es gab ein Alternativprojekt für die, die nicht hungern wollten. Für mich war es aber eine sehr interessante Erfahrung.
Alles in allem machen sich die Studiengebühren – schlappe 4.400 Euro, die ja glücklicherweise das Auslandsbafögamt für mich gezahlt hat – bemerkbar. Die Lehre ist besser, die Computerausstattung vom Feinsten und die Lehrenden und alle Angestellten der Uni interessieren sich für ihre Studenten. Studenten sind Kunden der Uni. Die Studenten anderer Länder haben übrigens immer Bauklötze gestaunt, wenn ich erzählt habe, dass ich gute 100 Euro Studiengebühren pro Semester bezahle. In fast allen Ländern sind Studiengebühren vollkommen normal und es gibt Modelle, wie auch die „Armen“ ein Studium finanzieren können. Und in Australien fließen die Mittel scheinbar in die Uni und das macht sich wie gesagt, äußerst positiv bemerkbar.
Neben der Uni stand natürlich noch Sydney in den ersten fünf Monaten im Mittelpunkt. Und in Sydney habe ich mich verliebt. In das Wahrzeichen der Stadt. Die Oper. Erst war ich ein wenig enttäuscht. Es war mein zweiter Tag in Sydney und es war ein bewölkter, grauer Tag. Dann sieht auch die Oper grau aus und man ist eh schon total überladen, denn sie ist überall drauf: auf allen Reiseführern und unzähligen Postkarten. Aber nachdem ich am Abend meines Bafög-Bescheids Anfang August (da war ich um 5.500 Euro reicher und endlich alle Geldsorgen los, da man ja schlauerweise Studiengebühren und Flugkosten vorstrecken muss) das erste Mal in der Oper war und mir „il trovatore“ von Giuseppe Verdi angesehen habe, da war es um mich geschehen. Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Die Akustik war genial und in der Pause haben wir uns einen Sekt gegönnt – der mit sechs Dollar (ca. 3,50 Euro) erstaunlich günstig ist – und die Aussicht auf den Kleiderbügel (die legendäre Harbour Bridge) genossen. Abends am beleuchteten Circular Quay ist es doch am Schönsten.
Ansonsten hat Sydney als Stadt einfach total viel zu bieten. Es sind keine Grenzen gesetzt: Surfen am Bondi-Beach, Kultur ohne Ende, Feiern bis zum Umfallen oder einfach nur in einem der gemütlichen Kaffees sitzen, Leute beobachten und Zeitung lesen. Mein Geheimtipp: die summit/orbit-Bar in der George Street am Australia Square. Im 47. Stock kann man in anderthalb Stunden eine Runde im Drehrestaurant drehen und die Aussicht über die ganze beleuchtete Stadt genießen. Die Preise für die Getränke sind wirklich human. Auch wenn Sydney eine Großstadt ist, habe ich mich immer sicher gefühlt. Man sollte vielleicht nur nicht allein abends an der Central Station rumlaufen.
Ein paar Sachen habe ich vermisst. Es gab kein ordentliches Körnerbrot, so gut wie kein kariertes Papier und Lamy-Patronen habe ich erst ganz spät gefunden. Aber bei myer (dem Kaufhof von Australien) habe ich schließlich nach langem Suchen in der allerhintersten Ecke welche gefunden. Dafür gab es „Sushi to go“ zu unglaublich günstigen Preisen, der Supermarkt (BiLo und coles im Broadway Shopping Centre, ganz in der Nähe der UTS) war jeden Tag von sechs Uhr in der Früh bis Nachts um zwölf geöffnet. Da konnte man auch mal nach dem Kino einkaufen gehen. In Australien gibt es übrigens freie Platzwahl im Kino und salziges Popcorn (ein böse Überraschung…). Ich habe in Australien immer hilfsbereite Menschen erlebt. Auch beim dritten Mal Nachfragen sind sie noch freundlich geblieben und haben einen angelächelt, auch wenn man wahrscheinlich mal wieder was falsch übersetzt hat.
Ich glaube, wenn man diesen Bericht liest, dann merkt man meine Begeisterung. Dieser ganze Aufenthalt war eine unvergessliche Zeit für mich. Ich habe sehr viel über mich gelernt. Es war nicht so einfach, mutterseelenallein in die Ferne zu gehen. Aber ich habe es keine Sekunde bereut. Auch wenn es mir mal nicht so gut ging. Ich habe mich viel besser kennen gelernt, als ich es je daheim hätte können. Man bekommt eine andere Perspektive auf die Dinge, die man erlebt hat und auf den Alltag daheim. Ich habe gelernt, mich nicht mehr über Kleinigkeiten aufzuregen. Ich habe so viele tolle Menschen kennen gelernt – und habe jetzt Anlaufstellen auf der ganzen Welt.
Während ich meinen Erfahrungsbericht schreibe, läuft das Radio. Internet-Radio. Denn über das Internet kann ich FM 103.2 „The heart of Sydney“ hören und weiß jetzt genau, wo in Sydney gerade Stau ist. Das war sicher nicht mein letzter Australien-Aufenthalt. Im Moment stecke ich gerade im Examen. Das kann ich mit viel Elan angehen, ich staune immer wieder über mich selber. Ich habe in meiner Zeit in Australien viel Kraft getankt. Im Anschluss ans Semester bin ich noch zwei Monate kreuz und quer durch Australien gereist. Darüber könnte ich ein ganzes Buch schreiben: unter dem klarsten Sternenhimmel am Ayers Rock schlafen, mit Nemo am Great Barrier Reef schwimmen und so weiter. Ich plane gerade. Im Moment noch ganz wage. Meinen nächsten Australienaufenthalt. Nach dem Studium will ich noch mal hin. Für zwei Monate und in den Westen reisen, da war ich noch nicht. Zurück nach Sydney, es ist mir alles noch so nah und so vertraut. Ich freue mich unendlich, wieder hin zu kommen.
Gerade ist auch Antje gefahren. Sie hat mich hier in Münster übers Wochenende besucht und wir haben unsere 48 Filme und tausende von digitalen Bildern ausgetauscht. Wir haben uns in Sydney in unserer WG kennen gelernt und sind im Anschluss ans Studium zusammen gereist. Da ist eine Freundschaft fürs Leben draus geworden. Allein deshalb hat sich der Aufenthalt schon gelohnt.
Erfahrungsbericht - Janine Bielefeld
Austauschsemester an der University of Technology in Sydney (UTS)
Janine Bielefeld
Studium an der UTS
Ich habe an der UTS im sogenannten Frühlingssemester von August bis Dezember 2001 studiert. Vorher hatte ich mein Vordiplom erreicht und zwei Semester im Hauptstudium absolviert. Die akademischen Anforderungen an der UTS sind (aus meiner Sicht) geringer als hier bei uns. Ich habe drei Kurse innerhalb des MBA Programms belegt und bin in allen Kursen gut zurecht gekommen. Die Sprache stellte innerhalb der Uni eigentlich kein Problem dar; in den „Postgraduate“-Kursen sind etwa 80% der Studenten nicht in Australien geboren, die meisten stammen aus Asien und sprechen sehr schlecht Englisch. Die Dozenten sind darauf in der Regel sehr gut eingestellt und sprechen langsam und deutlich. In meinem „Managing People“- Kurs war die Dozentin selbst Asiatin und konnte sich auch nicht so richtig gut ausdrücken. Das führte dann zu sehr lustigen Situationen, in denen sich die asiatische Dozentin verzweifelt bemühte, den größtenteils asiatischen Studenten, etwas auf Englisch zu erklären. Hoffnungslose Sache, aber sehr amüsant. Man sollte sich als deutsche/r Student/in überhaupt darauf einstellen, dass vieles an australischen Unis anders ist und sich selbst den Gefallen tun, diese Unterschiede von der komischen Seite zu betrachten. Ansonstenkann man schnell wahnsinnig werden, vor allem in den allseits beliebten Arbeitsteams. Es erweitert schon sehr den Horizont, wenn man mit 5-6 Studenten aus 5 verschiedenen Ländern versucht, einen Aufsatz zu erstellen. Der eine baut in einem Satz vier Fehler ein, die nächste hat noch nie mit einem Textverarbeitungsprogramm gearbeitet, einige tauchen nie auf und wieder andere fassen jede Art von Kritik als Kriegserklärung auf. Aber es kann eben auch sehr lustig sein und gut für das Selbstbewusstsein ist es auch. Wer lieber mit möglichst vielen „Aussies“ studieren will, sollte sich für die Abendkurse eintragen oder gleich ins „Undergraduate“ Programm gehen. Dort ist der Anteil ausländischer Studenten wohl nicht ganz so hoch. Allerdings sollte man wissen, dass man als „Postgraduate“ einige Vorteile genießt. Die Klassen sind kleiner, man sitzt in netten gepolsterten Stühlen, eine Lounge mit gratis Kaffee und Tee steht zur Verfügung und man bekommt sämtliche Vorlesungsunterlagen vom Dozenten in der Klasse ausgehändigt, man muss also nichts selbst kaufen oder kopieren.
Kurswahl + Einschreibung
Neben „Managing People“, habe ich noch „Managerial Marketing“ und „Economics for Management“ belegt. Der Marketing Kurs war nicht schlecht und da man einen eigenen Marketing Plan für ein real existierendes Unternehmen erstellen musste, wurde auch sehr praxisorientiert gearbeitet. Die anderen Kurse waren mir zu anspruchslos, aber man sollte sich als Austauschstudent ja nicht über zu wenig Arbeit beschweren. Ansonsten lässt sich zur UTS noch sagen, dass man immer etwas Geduld mitbringen sollte. Die Einschreibung beispielsweise, erfolgte zwar während der Orientierungswoche und es waren auch einige „Experten“ vor Ort, die uns helfen sollten, aber leider hatten die auch nur sehr begrenzt
Ahnung von der ganzen Sache. Aber mit etwas Ausdauer und höflicher Bestimmtheit bekommt man doch meistens, was man gerne hätte. Die Orientierungswoche sollte man meiner Meinung nach mitmachen, wenn das zeitlich möglich ist. Es werden einem zwar keine sensationellen Informationen geliefert, aber man lernt sofort andere Studenten kennen und bekommt einige gratis Getränke und Häppchen auf den diversen Empfängen. Eigentlich sollte man auch wohl den Campus gezeigt bekommen, aber in meinem Fall hat das nicht so toll geklappt. Der Student, der diese Führung gemacht hat, hatte noch einen ordentlichen Kater von der Party am Vorabend und war ein Totalausfall. Womit ich beim eigentlichen Grund für die Teilnahme an der Orientierungswoche angelangt wäre. Es werden einige Feten gefeiert und man sollte auf jeden Fall auch den Kneipenrundgang mitmachen, der wohl in jedem Semester angeboten wird. Ausserdem werden verschiedene Ausflüge und Touren angeboten, die teilweise sehr interessant sind. Das bringt mich dann wohl endgültig zu den nicht - akademischen Aktivitäten.
Leben in Sydney und Ausflüge
In Sydney würde ich vor allem den Bridge Climb über die berühmte Harbour-Bridge empfehlen, ausserdem sollte man natürlich die diversen Strände alle mal besucht haben. Man kann an vielen Stränden umsonst Grillstellen benutzen und dem Lieblingszeitvertreib der Australier nachgehen: Barbecues ! Ich fand auch den Beach Walk vom Coogee Beach zum Bondi Beach sehr schön. Ausserdem würde ich empfehlen, mal einen Surfkurs zu belegen, auch wenn ich eher baden gegangen bin, anstatt auf dem Brett zu stehen. Aber einen Versuch ist es wert, es muss schließlich nicht zwangsläufig jeder so gleichgewichtsgestört sein. Weitere schöne Ziele sind Zoo, Aquarium, Olympischer Park, Royal National Park und natürlich die Blue Mountains (falls da nicht gerade alles abgebrannt ist?!?). Man kommt überall recht preiswert mit Bus und Bahn hin, vor allem da Duisburger Studenten als Austauschstudenten eine Concession Card bekommen, mit der man zum halben Preis fährt. Normale Studenten aus dem Ausland bekommen die nicht, auch wenn sie 6000 AUD pro Semester bezahlen müssen. Wer es sich traut, kann für weiter entfernte Ziele auch einen Leihwagen mieten, aber ich warne vor dem Linksverkehr. Selbst als Fußgänger ist man schon extrem gefährdet, weil man den Verkehr intuitiv immer von der anderen Seite erwartet. Für Autofahrer ist es dann wohl noch viel schwieriger, jedenfalls hatten wir auf dem Weg nach Canberra noch in Sydney gleich einen Unfall (nein, ich bin nicht gefahren, nix mit „Frauen am Steuer“ !!!!). Canberra fand ich übrigens recht unspektakulär, die Stadt wirkte auf mich leer und künstlich (ist ja auch eine geplante Stadt) und die deutsche Botschaft war auch eine herbe Enttäuschung. Während einige Länder die reinsten Tempel und Paläste gebaut haben, sieht die deutsche Botschaft aus wie eine Bausünde aus den 70ern. Aber vielleicht sollte man die australische Hauptstadt trotzdem mal besuchen, von Sydney aus ist das als Tagesausflug machbar. Mitten im Semester hat man übrigens eine Woche Ferien oder vorlesungsfreie Zeit, was auch immer , ich habe die Zeit sinnvoll genutzt und habe eine Camping Tour im Outback mitgemacht. Diese beliebten 3-5 tägigen Touren zum Ayers Rock und anderen tollen Orten sind nicht unbedingt billig, aber eine echte Erfahrung. Mir hat es sehr gut gefallen, obwohl ich eigentlich kein Freundin des Camping bin. Stundenlang über einsame Strassen durch das „rote Zentrum“ des Landes zu fahren und Lagerfeuer unter einem ganz klarem Sternenhimmel zu machen war dann eben doch mal was ganz anderes, auch wenn es reichlich kitschig klingt. Ich habe übrigens darauf verzichtet, auf den Ayers Rock zu steigen und stattdessen an einer Führung mit einem Aborigine um den Felsen teilgenommen. Der Aufstieg ist offiziell erlaubt, aber es sprechen meiner Meinung nach gute Gründe dagegen. Erstens lernt man bei einem geführten Rundgang viel mehr über die sehr interessante Kultur der „Ur-Australier“, zweitens ist der Aufstieg extrem zeitraubend, anstrengend und wird oft unterschätzt und drittens ist der „Uluru“ ein Heiligtum für die Aborigines, die deshalb darum bitten, auf den Aufstieg zu verzichten. Einige Touristen stört das zwar wenig, aber Benehmen ist eben Glückssache. Da es auch in Australien Feiertage gibt, habe ich ein langes Wochenende genutzt, um mit dem Zug nach Melbourne zu fahren. Normalerweise gibt es da wohl auch sehr günstige Flüge, aber ich war während einer Krise im australischen Inlandsflugverkehr unterwegs und da war die Zugfahrt eben doch viel billiger. Melbourne hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich Sydney doch noch vorziehe, weil es einfach lebhafter ist. Von Melbourne aus kann man gute Tagestouren zur berühmten Great Ocean Road machen, die auch unbedingt sehenswert ist. Wer so eine Tour machen will, sollte sich allerdings gut über die Preise informieren, die Unterschiede sind groß. Ich habe diese Fahrt in Verbindung mit Übernachtungen in einer Jugendherberge in Melbourne gebucht und dabei viel gespart. Die Jugendherberge war übrigens weitaus besser als die in Sydney, in der ich während der ersten Tage nach der
Ankunft gewohnt habe.
Unterkunft + Zimmersuche
Allgemein sind die Jugendherbergen und sonstigen Billigunterkünfte in Australien recht gut, man ist auf die große Zahl junger Rucksacktouristen und Studenten eingestellt. Aber wie schon erwähnt, die Jugendherbergen in Sydney kann ich nicht unbedingt wärmstens empfehlen. Vielleicht lässt man sich da doch besser vom Housing Service der UTS eine Unterkunft für die ersten Tage vermitteln oder man leistet sich ein Hotel. Natürlich kann man auch ein paar Tage in einer nicht so tollen Umgebung verbringen, aber gerade in der ersten Zeit ist man doch sehr angespannt und gestresst: fremde Stadt, fremde Sprache, Wohnungssuche, man kennt niemanden, usw. . Da sollte man sich nicht auch noch über dreckige Toiletten, durchgelegene Matratzen, laute Zimmergenossen und ständig geschlossene Rezeptionen ärgern müssen. Aber ich will auf gar keinen Fall jemanden entmutigen, es ist eigentlich nicht so schwer eine bezahlbare Bleibe zu finden und die Eingewöhnung erfolgte bei mir auch sehr schnell. Ich habe in Glebe gewohnt, etwa 10 min mit dem Bus von der Uni entfernt und habe für ein Zimmer in einer 2er WG mit großer voll eingerichteter Küche 140 AUD bezahlt. Die Mietpreise in Sydney kann man natürlich nicht mit denen hier in Duisburg vergleichen, man sollte sich schon auf 120-160 AUD pro Woche einstellen, wenn man nicht zu sehr ausserhalb wohnen will. Ich habe mich in dem Apartment sehr wohl gefühlt, vor allem, weil die Vermieter im selben Haus wohnten und mir bei allen möglichen Dingen geholfen haben. Natürlich gibt es auch extrem nervende Vermieter und es ist nicht unbedingt immer empfehlenswert mit denen in einem Haus zu wohnen, aber das ist ja hier auch nicht anders. Da Mietverträge in Sydney praktisch jederzeit gekündigt werden können (wenn man überhaupt einen unterschreibt), ist es möglich, erst einmal eine provisorische Lösung zu suchen und sich dann nach einer besseren Unterkunft umzusehen.
Reiseerfahrungen + Fazit
Jetzt aber zurück zu meinen Reiserfahrungen. Wenn man die Prüfungen am Ende des Semesters hinter sich hat, sollte man auf jeden Fall noch etwas im Land umherreisen. Australien ist wirklich wunderschön und bietet sehr viele verschiedene Landschaften. Ich bin am Ende meines Aufenthalts noch nach Queensland geflogen, um mir den tropischen Regenwald und das Great Barrier Reef anzusehen. Den Regenwald habe ich mir nicht nur tagsüber, sondern auch während einer Nachtführung angesehen, die unbedingt empfehlenswert ist. Man stolpert mit einer riesigen Taschenlampe durch den Wald, hört die merkwürdigsten Geräusche, bekommt Krokodilsaugen gezeigt, die im Wasser aufleuchten und sieht alle möglichen Arten von Echsen, Fröschen und Spinnen und Baumkänguruhs. Wer nicht viel Zeit und/oder Geld zum Reisen hat und sich für ein Ziel entscheiden muss, dem würde ich auf alle Fälle das Great Barrier Reef empfehlen. Es ist einfach unglaublich, was man da an Fischen, Korallen, Schildkröten, Muscheln, Seegurken, usw. zu sehen bekommt. Dabei war ich auch nur Schnorcheln, weil mir die angebotenen Tauchkurse zu teuer waren. Aber das Riff liegt teilweise nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche, so dass man auch als Schnorchler eine Menge sieht. Ich war im Dezember dort, und hatte mit dem Wetter richtig Glück. Das Wasser hatte Badewannentemperatur, es war windstill und sehr sonnig. Eigentlich ist die beste Reisezeit aber Mai bis November, im Dezember beginnt schon die Regenzeit im tropischen Queensland.
Ich kann nur jedem dazu raten, sich für ein Auslandssemester zu entscheiden. Es bringt jede Menge Spaß, viele Erfahrungen und man entdeckt vielleicht auch ein paar neue Seiten an sich selbst. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich mir einen Regenwald voller riesiger Spinnen ansehen kann ohne einen Dauerschreikrampf zu erleiden. Noch weniger hätte ich mir selbst einen Bungee Sprung zugetraut, bei dieser Gelegenheit habe ich dann allerdings eine Schreikrampf erlitten. Ich habe so laut in den Wald reingebrüllt, dass selbst Tarzan neidisch geworden wäre (Ist mir auc h ein wenig peinlich, aber immerhin weiß ich jetzt, wie laut ich schreien kann).
Janine Bielefeld
Ehemalige und derzeitige Studierende treffen sich im 4A Club.
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